1990 finden sich die zwei Münchner Politikwissenschaftler Stephan Bock und Gerald Staufer. Schnell ist der gemeinsame Nenner erkannt – die Fotografie. 13 Jahre später gründen sie gemeinsam Westend61, eine Agentur für Stockfotografie und weitere 15 Jahre später, die Heimat für Europas beste Lifestyle-Fotografen, mit mehr als 100 Vertriebspartnern in ganz Europa. Zum 15. Jubiläum haben wir mit Managing Director Gerald gesprochen – Der Versuch einer kleinen Zusammenfassung.

Woher kommt der Name Westend61?

Die erste kleine Westend61-Büroeinheit befand sich in der Westendstraße 61 in München. Als Stephan und ich nach einem Namen suchten, bedienten wir uns einfach an der Location: „klingt cool, klingt sowas von international, leicht geheimnisvoll und hat auch nix mit Bild oder Image im Namen – nehmen wir!“

Wer sind die Macher?

Stephan und ich haben uns 1990 in der Fachschaft der Politikwissenschaftler kennengelernt. Vertieft haben wir die Beziehung auf diversen Studentenfesten. Na denn, Prost!

Was war das erste verkaufte Bild?

Ein glückliches Kind als gutes Omen für eine glückliche Zukunft der Firma. Fotografiert von Claudia Rehm.

Wie sah früher ein typisches Westend61-Bild aus?

Ganz zu Anfang dachten wir, wir werden eine Reisebildagentur, aber das hat sich dann schnell verändert. Seit 2005 ist Lifestyle unser Fokus. Das heißt aber nicht, wir wären keine Fans von atemberaubender Travel-Fotografie 😉

Wie verlief der Wandel von analog auf digital?

Die erste Investition im Gründungsjahr 2003 war ein Diascanner. Zu dieser Zeit wurde ausschließlich über Dias produziert. 2005 kam die Canon EOS 10D auf den Markt. Kein Quantensprung mit nur 6 MP, aber die Bildqualität war erstaunlich gut. Seitdem setzte der Wandel ein und 2007 war es um den Scanner geschehen, der verstaubte im Hinterzimmer. Die Fotografen lieferten ab sofort digital.

15 Jahre, da wurden sicherlich viele Bilder verkauft und es gibt doch bestimmt den ein oder anderen Kassenschlager?

Die Entwicklung ist tatsächlich interessant. Um hier nicht alles zu fluten, habe ich es für je 5 Jahre zusammengefasst. Wir gehen von einem Tresor (2003-2008), über eine Landschaft (2009-2014), zum Gartenbild mit Kindern (2015-heute) und stellen fest, dass die People-Fotografie über die Jahre in den Fokus gerückt ist.

Von München in die Welt – bei Westend61 arbeitet man Remote. Wo sitzen die Mitarbeiter?

Natürlich in München, dann noch 3 mal Deutschland und noch einmal in Europa – ein kleines Bilderrätsel!

Die Firmenparty von der alle nach Jahren noch sprechen?

Ganz klar – 10 Jahre Westend61! Es waren etwa 200 Leute da und alles Liebhaber der Fotografie. Die Stimmung war super und von da an ging es mit den Umsätzen bergauf 😉

Was war das größte interne Projekt?

Der Homepage Relaunch 2017 – Eine schwere Geburt! Da haben wir uns einmal komplett umgekrempelt: neues Design, neue CI, endlich ein zeitgemäßer Webshop (ja, der war überfällig 😉 ) und überhaupt ein ganz neuer Look and Feel. Neun Monate mit Höhen und Tiefen, am Ende das pure Glück. Wenn man 15 Jahre dabei ist, dann geben einem solche Projekte einen richtigen Push.

Was war die spannendste Produktion bis jetzt?

Oh, da gibt es viele. Meistens sind ja schon die Locations an sich spannend, ob in Kapstadt oder eben Köln. Am Set passiert dann immer etwas nicht vorhersehbares. Wenn ich mich jetzt auf ein spannendes Thema festlegen muss, dann ist es Martin Rietze mit seinen Vulkan-Fotografien – absolut spektakulär. Da kriegt man beim hinschauen schon eine Gänsehaut.

Wer ist der dienstälteste Fotograf?

Claudia Rehm habe ich 2003 bei einem Fest kennengelernt. Sie ist eine Kinderfotografin, die auch unsere erstes verkauftes Bild geschossen hatte. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte ihr von der Agentur, die gerade im Entstehen war. Seitdem ist sie dabei, also seit erster Stunde. 

Wie sieht heute das typsiche Westend61-Bild aus?

Das ist das perfekte Lifestyle-Bild mit dem perfekten Model in der perfekten Location. Dazu kommt ein mitteleuropäischer Look, nicht amerikanischer und am das Ganze dann natürlich absolut glaubwürdig umgesetzt. Ich habe hier mal eines ausgewählt, aber Beispiele gibt es da viele.

Wer ist der ewige Mitarbeiter?

Der dienstälteste Mitarbeiter ist Micha. Er ist Art Director und produziert mit einem Fotografennetzwerk in Köln und Umgebung. Dabei entstehen erstklassige Lifestylebilder. Sein Bewerbungsgespräch werde ich nie vergessen: er meinte, wir hätten ziemlich viele Bilder, die in den Alpen und in der Natur entstanden sind, es fehle der urbane Aspekt. Long story short: er hat in den letzten neun Jahren viel dazu beigetragen, dass wir urban und modern geworden sind. Schön, dass er bei uns ist.

Das aktuellste Teamfoto!

Was passiert in Zukunft bei Westend61?  

Wir werden der am besten sortierte Anbieter für Premium-Lifestyle-Material auf dem deutschen Markt. Wir haben dazu noch andere Ideen, es wäre aber zu früh, heute was dazu zu sagen. Das machen wir dann beim 20. Jubiläum. Was sicher ist: Es geht weiter mit Bildern – Bilder die wir lieben!