Was für eine außergewöhnliche Werkstatt mitten im Wald dachten wir uns, als Tom Chance aka Thomas Degen  kürzlich neue Bilder eingeliefert hat. Jeder bei Westend61 war sofort fasziniert von dem Raum wie auch von den Masken, die dort hergestellt werden. Wir waren neugierig.

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© Tom Chance/Westend61

Thomas, diese Werkstatt wirkt wie ein eigener Mikrokosmos. Wer arbeitet hier und was hat dich dazu inspiriert hier zu fotografieren? Liegt diese Werkstatt mitten im Wald und kann man vom Schnitzen solcher Masken leben?

Thomas Degen

Die Werkstatt gehört Hans Schwabl aus Inzell und befindet sich hinter seinem Wohnhaus am Ortsrand. Gleich hinter der Werkstatt liegt ein kleines Wäldchen und ein Moor. Hans ist Mitglied der Krampusgruppe „Goaßstoa-Bass“, die in der Vorweihnachtszeit verschiedene Auftritte im östlichen Oberbayern und im Salzburger Land hat. Das Schnitzen hat er sich selbst beigebracht und es ist erstaunlich, wie schnell er aus einem Stück Holz mit sicherer Hand eine Maske entstehen lässt. Seine Masken sind sehr gefragt und auch nicht billig, aber davon leben könnte er mit Frau und zwei Kindern nicht. Es ist ein Hobby mit Nebenverdienst.

Vorletztes Jahr habe ich den Krampuslauf in Inzell fotografiert. Hans war von meinen Fotos so begeistert, dass mir in diesem Winter die Ehre zuteilwurde, das offizielle Gruppenfoto der „Goaßstoa-Bass“ machen zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit entstand auch das Werkstattbild. Viele dieser jungen Männer lassen sich jedes Jahr eine neue Maske schnitzen.

Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter an diesem Tag Anfang November. Während der Vorbereitungen begann es zu schneien und eine Stunde später machten wir die Gruppenfotos in dichtem Schneetreiben in einer weiß gewordenen Landschaft. Am nächsten Tag war die weiße Pracht schon wieder verschwunden und auch in Inzell hat es erst nach Weihnachten wieder geschneit. Für mich war es der schönste Fototermin in 2016.