Hier in Bayern kommen wir seit einigen Tagen aus dem Frösteln gar nicht mehr heraus. Die Temperaturen liegen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Wer sich bei diesem Wetter noch vor die Türe wagt, schmeißt sich erst einmal in polartaugliche Funktionskleidung oder vermummt sich zumindest so, dass der unbarmherzigen Kälte kein unnötiges Fitzelchen Haut ausgesetzt ist. Natürlich wunderten wir uns da nicht schlecht, als wir über dieses ungewöhnliche Bild von Miriam Dörr stolperten. Wir mussten einfach nachfragen:

© Miriam Dörr/Westend61

Miriam, steht dein Model wirklich fast nackt im Schnee, oder ist das Bild „gephotoshopped“?

Miriam Dörr

Photoshop kam hier nicht ins Spiel, Schnee und Kälte waren absolut real. Ich kann mich nur zu gut erinnern, denn in diesem Fall war ich das Model und mein Lebensgefährte, mit dem ich zusammen arbeite, der Fotograf.

Es war wirklich bitter kalt und obwohl wir uns einen vermeintlich abgelegenen Ort gesucht hatten, fuhr gefühlt alle 10 Sekunden ein Auto vorbei und wir sahen darin Menschen mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern. Dazu kam ein wirklich böser Wind, der das Ganze noch frostiger gestaltete, als es ohnehin schon war. Mein Freund benötigte deutlich mehr Versuche als gewohnt um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Durch sein unkontrolliertes Lachen konnte er die Kamera nämlich kaum ruhig halten. Zwischen den verschiedenen Bildern hüpfte ich, um mich ein wenig aufzuwärmen, von einem Bein auf das andere. Das machte es für ihn wohl kaum leichter. Wir wollten verschiedene Perspektiven versuchen, unterschiedliche Requisiten waren auch dabei, und so wurden es letztlich einige Motive, bis ich mich endlich wieder warm anziehen konnte. Danach ging es gleich zurück ins Haus. Nach einem warmen Bad war alles wieder gut.

Wir wollten in diesem Fall ein konzeptuelles Motiv umsetzen, welches unter anderem für (schlechte) Urlaubsplanung, Wetterumschwung, Klimaveränderung und dergleichen steht.