Trends, die unsere Wahrnehmung und die Art, wie wir kommunizieren verändern, sind natürlich nicht auf Kalenderjahre begrenzt. Der Wandel im Wertesystem unserer Gesellschaft, vorangetrieben von gewaltigen technischen Umwälzungen, wie der Digitalisierung, hat langfristige Auswirkungen auf unser Leben. Zudem können diese Trends kaum getrennt voneinander betrachtet werden, weil sie sich überschneiden und gegenseitig beeinflussen.
Manche Megatrends der letzten Jahre, wie “Gendershift“ und Achtsamkeit sind heute bereits Mainstream. Doch die Veränderungen, die dadurch angestoßen wurden, stagnieren nicht, sondern entwickeln sich weiter, verschmelzen und bringen wieder neue Trends hervor.
 In der Werbung versuchen Kreative anhaltend das Vertrauen der Konsumenten durch eine glaubwürdige Darstellung des Lebens zu gewinnen. Sehr verschiedene Zielgruppen wollen sich und ihre Probleme wiedererkennen.

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Dafür reicht es nicht, dass es echt aussieht, es muss auch ehrlich gemeint sein.
Zudem wird unsere Wahrnehmung in sehr hohen Maß von der Darstellung in den sozialen Medien beeinflusst, allen voran Snapchat, Instagram und Tumblr.
Die oft sehr persönlichen Schnappschüsse dort prägen unser visuelles Verständnis. Spontanität und Kreativität sind dabei wichtiger als perfektes Aussehen.
Doch wir wollen noch näher ran, nur sehen reicht nicht mehr – wir wollen erleben!
So wird Virtualität zum nächsten Level von Authentizität, sogar ganz konkret mit Hilfe der modernen VR-Technologie oder Augmented-Reality-Anwendungen.
Die Komplexität unserer Zeit ist mit Klischees nicht mehr abzubilden, sie verlangt nach Vielschichtigkeit in der Betrachtung und in der Kommunikation – es geht nicht mehr um “entweder oder“, sondern um, “sowohl als auch“.

Mit unserem diesjährigen Trendreport konzentrieren wir uns auf 5 wichtige Spannungsfelder der Megatrends, die gerade die Lifestyle-Fotografie beeinflussen. Auch wenn die Stockindustrie vielleicht nur die Ausläufer der gewaltigen Megatrend- Wellen zu spüren bekommt, sind auch hier zeitgemäße visuelle Umsetzungen unerlässlich.

AD-HOC-GESELLSCHAFT und SLOW KULTUR

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Digitalisierung ist nicht nur ein technischer, sondern auch ein mentaler Prozess. Viele Lebensbereiche haben sich in den letzten Jahren enorm beschleunigt. Wir erwarten ganz selbstverständlich, dass alles sofort und auf Knopfdruck funktioniert, doch so komfortabel das auch ist, die Schnelllebigkeit wird uns zu viel, wir sehnen uns nach Ruhe und Gelassenheit.

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Lösungen dazu bietet ein achtsamerer Lebensstil – wenn wir gezielt
in den “Slow-Modus“ zurückschalten, können wir auch unseren eigenen Akku mal wieder aufladen.

INDIVIDUALITÄT und GEMEINSCHAFT

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So stark der Drang auch ist, seine Individualität zu kultivieren und sein persönliches Lebenskonzept zu verwirklichen, haben wir doch alle ein starkes Bedürfnis nach Gemeinschaft und suchen die Verbindung zu anderen. Enge Beziehungen zu Familie, Freunden und Partnern ist einer der wichtigsten Wünsche für ein glückliches und erfülltes Leben. Es gibt kein ICH ohne ein WIR.

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Die Welt ist ein Netz von Verbindungen und Beziehungen und das Individuum sucht seinen Platz in dieser Gemeinschaft. Denn erst dort kann es sich entfalten, mit Gleichgesinnten etwas teilen oder sogar etwas bewirken. Gemeinsam können wir uns in der immer komplexer werdenden Welt besser zurechtfinden.

SILVER SURFER und MILLENNIALS

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Paradoxerweise werden die Leitbilder unserer Gesellschaft immer jünger, während sie selbst immer älter wird. Die Senioren von heute sind aktiver, selbstbewusster und neugieriger. Die sogenannten “Silver Surfer“ wollen sich nicht würdevoll zurückziehen, sondern weiterhin mitten im Leben stehen und es aktiv mitgestalten.

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Das wollen auch die Millennials (die im Zeitraum von 1980 bis 1999 Geborenen), als erste Generation der “Digital Natives“ ist ihr Lebensstil geprägt von moderner Technik – für sie gibt es keine Unterscheidung zwischen Online und Offline. Durch ein hohes Bildungsniveau und große Leistungsbereitschaft erhoffen sie sich beruflichen Erfolg und Selbstverwirklichung im Job. Improvisationstalent und Flexibilität sind sehr wichtige Eigenschaften für diese Generation, weil Unsicherheit und Wandel zum Dauerzustand geworden sind.

GLOBAL DENKEN und LOKAL HANDELN

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Das Internet ist ein virtueller Schmelztiegel und Heimat unzähliger Communities. Der Fluss von Waren und Informationen kennt nur noch wenige gedankliche und kaum noch geografische Grenzen. Wem man sich zugehörig fühlt, hängt heute viel weniger von der Nationalität ab als von der kulturellen Identität, Interessen und Überzeugungen. So wächst eine neue Generation von Weltbürgern heran, die den ganzen Planeten als ihre Heimat betrachtet und sich auch für ihn verantwortlich fühlt.

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Nur scheinbar dazu im Widerspruch steht ein Revival lokaler und regionaler Dienstleistungen und Produkte. Sie haben einen klaren Heimvorteil durch Transparenz, einer meist besseren Umweltbilanz und der Möglichkeit von persönlichen Erfahrungen.

NEW WORK und GOOD LIFE

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Neue Wertevorstellungen und Technologien, gepusht von Globalisierung und Digitalisierung, haben auch die Wirtschaft verändert, damit auch Firmenstrukturen und unsere Art zu arbeiten. Wir erleben gerade den Übergang von der Industrie- in eine Wissensgesellschaft – lebenslanges Lernen, Flexibilität und Offenheit sind dafür wichtig Voraussetzungen.

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Die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist fließend geworden, doch wir haben Schwierigkeiten, die richtige Balance zu finden. Ein Lösungsansatz wäre gar nicht erst zu versuchen beides so strikt zu trennen – mit einem spannenden Beruf, der einen erfüllt, in einer Firma mit der man sich stark identifiziert und flexiblen Arbeitsmodelle, die viel mehr bieten als nur Bezahlung.

Dies ist eine Zusammenfassung des Trend-Briefings für 2017. Unsere Vertragsfotografen erhalten direkten Zugriff auf das komplette Briefing. Sie sind noch kein Vertragsfotograf und wollen von unserem Creative Research profitieren? Bewerben Sie sich bei content@westend61.de.