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Ich packe meinen Koffer und nehme mit: einen Trend. Bevor wir über besagten Trend sprechen, müssen wir uns aber zunächst einem sprachlichen Phänomen zuwenden. Das Bilden von „Kofferwörtern“ ist seit Beginn der rasanten Karriere des Denglisch schwer en vouge. Es ist mehr als ein neolinguistisches Scharmützel: Diese Schöpfungen produzieren Denkanstöße und Neuassoziationen im Fahrwasser zweier meist altbekannter Wörter und dienen dazu, komplexe Umstände zu simplifizieren. Das bekannteste, zeitgemäße Beispiel: Der Brexit: Das Zusammenspiel aus „Britain“ und „Exit“ ist in vielerlei Hinsicht ein echter Kandidat für das Unwort des Jahres 2019.

Wir möchten ein weitaus smarteres Kofferwort vorstellen: plandid. Ein Begriff, entstanden als Instagram-Hashtag, der sich aus den englischen Wörtern planned und candid zusammensetzt, also geplant und ehrlich.

Das Plandid-Phänomen: eine Mixtur aus Spontaneität und kreativer Inszenierung

Über 19.000 Mal wurde das Instagram-Hashtag #plandid, vornehmlich in der Selfie-Kultur verwurzelt, bereits verwendet. Der spannende Gegensatz: Plandid zeigt reale, simplifizierte Alltagssituationen, in die geschickt konzeptionelle Bildideen eingewoben werden. Damit stemmt sich dieser Trend gegen die real existierende Gemengelage aus Manipulation und schwindender echter Erfahrungen. So schafft er es, im Zeitalter des Influencertums in den äußerst schnelllebigen sozialen Netzwerken Furore zu machen.

Der Skepsis und Flüchtigkeit des Betrachters wird mit der Verankerung in einer authentischen und minimalistischen Bildsprache entgegnet, die durch eine originelle Idee veredelt wird. Das einfache, wie geniale Konzept: geplant und ehrlich oder besser: geplant, aber ehrlich.

Was macht Plandid so sexy? Quer denken und, wichtig, neu denken!

Der Plandid-Trend bildet sich aus den Grundsäulen Kreativität, Humor und Gestaltung. Alle drei haben die Eigenschaft, durch unerwartete Wendung oder Absurdität zu neuen Denkanstößen und zum Querdenken anzuregen, das wirkt erfrischend und überraschend in der täglichen Bilderflut. Plandid wird dadurch zur Illustration des greifbar Realen in einer artifiziell-vereinfachten Inszenierung. So dürfen Mängel und Unvollkommenes sichtbar sein und Übertreibungen zur stilisierten Darstellung der Wirklichkeit werden, ganz entgegen der vorherrschenden Picture-Perfect-Attitude.

Mehr zum Thema gibt es im TREND INSPIRE 2019, dort wird Plandid neben drei weiteren visuellen Trends genauer erörtert. Das E-Magazin stellen wir registrierten Kunden zum kostenlosen Download auf unserer Homepage zur Verfügung.