Der weiter anhaltende Trend einer authentischen Bildsprache entwickelt sich fort und verstärkt sich weiter. Gefragt sind nun Bilder, die nicht nur echt, sondern auch persönlich sind. Alles, was nach ‚fake‘ aussieht irritiert und stört den Betrachter, das gilt im besonderem Maße für die Modelle.  Unsere Sichtweise wird dabei zunehmend von ,Social Media‘ beeinflusst. Dort sehen wir Bilder, die  ganz unmittelbare und subjektive Eindrücke aus dem täglichen Leben zeigen.
Mainstream war gestern, so etwas wie einen einheitlichen Geschmack gibt es nicht. Im Gegenteil, die Bildsprache spiegelt die Gegensätze und Extreme unserer Zeit wieder. Eine eindimensionale Sichtweise ist nicht mehr zeitgemäß.

1. NONKONFORMITÄT

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© Stefan Kranefeld / Westend61

Enttäuschung über manche Politiker, Parteien oder korrupte Institutionen stärkt unsere Sympathie für unangepasste, mutige Menschen, die ihr eignes Ding machen. Gleichzeitig wird auch der allgemeine Geschmack mutiger und bricht mit Konventionen und Schubladendenken.
Charakter und Persönlichkeit sind nun Maßstab für Attraktivität, Kreativität und Originalität gefeierte Eigenschaften. Um authentisch zu sein, muss man die Menschen in ihrer Vielschichtigkeit zeigen, passend zu ihren Anschauungen und ihrem Umfeld.
Doch bei aller Individualität sehnt sich der Einzelne nach dem WIR, nach echten Bindungen, die er in der digitalen Welt vergeblich sucht.

2. SCIENCE-REALITY

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© Anna Huber / Westend61

Science-Fiction wird Realität – die Grenzen zwischen Mensch und Maschine beginnen sich aufzulösen. Technologie verlagert und erweitert menschliche Fähigkeiten, sie ist gewissermaßen ein Upgrade für unseren Körper. In der digitalen Welt von heute sind Informationen allgegenwärtig, Roboter erobern Wohnhäuser,  Wearables revolutionieren das Gesundheitswesen und VR-Brillen bringen den Cyberspace als ultimative visuelle Erfahrung in jedes Wohnzimmer. Doch anders als im Science-Fiction Film steht im Vordergrund nicht das technisch Mögliche, sondern das menschlich Sinnvolle. Technik soll unser Leben einfacher und nicht komplizierter machen, sie ist selbsterklärend, interaktiv und adaptiv.

3. ACHTSAMKEIT

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© Marc Oeder / Westend61

Unsere Wahrnehmungsebene ist empfindlicher geworden, die überreizende, überkomplexe Informationsflut mit der wir ständig konfrontiert sind, schreckt uns entweder ab oder macht uns süchtig. Das Bedürfnis nach Ruhe, Einfachheit und Entschleunigung wächst. Wir versuchen uns wieder zu finden und uns zurückzubesinnen, welche Werte uns wichtig sind. Wir wollen vernetzt sein, aber kontrolliert und selektiv. Wir wünschen uns Nachhaltigkeit für unser Leben und unsere Erlebnisse – Dinge machen nicht glücklich, mit anderen etwas zu teilen schon.
Achtsamkeit bedeutet die Zwänge des modernen Lebens loszulassen, um wieder sich selbst und das Hier und Jetzt zu spüren. Selbstreflexion und Spiritualität beschäftigen sich damit, wie wir unsere Menschlichkeit in einer technisierten Welt erhalten können. Gefragt ist ganzheitliches Denken im großen Stil.

4. MOBILITÄT

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© Josep Rovirosa / Westend61

Flexibilität hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft, neue Arbeitsbedingungen  und -modelle etablieren sich, häufige Berufswechsel und Ortswechsel sind Standard – alles ist im ‚Flow‘. Unser Leben verändert sich laufend und um Schritt halten zu können, müssen auch wir ständig in Bewegung bleiben. Auch der Wandel in unserem Wertesystem, wie der Wandel der Geschlechterrollen, der technologische Fortschritt oder die sich mischenden Kulturen in den stetig wachsenden Wirtschaftsräumen – fordert unsere geistige Beweglichkeit und Flexibilität.
Wir sind freier, weil wir überall arbeiten können und überall erreichbar sind. Wir wollen die Welt entdecken, aber wir brauchen auch eine ,Basis‘, wo wir Ruhe und Geborgenheit finden.

5. YOUNIVERSE

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© Uwe Umstätter / Westend61

In der Zurückgezogenheit unseres eigenen, kleinen Universums, finden wir das, was wir tatsächlich brauchen. Im Kreis unserer Familie und Freunde fühlen wir uns sicher, vor der immer bedrohlicher werdenden Welt dort draußen.  Zuhause können wir sein, wie wir wirklich sind und uns fallen lassen und entspannen. Es ist unsere sichere Burg, die wir ganz nach persönlichen Vorstellungen gestalten können. So werden unsere eigenen vier Wände auch Ausdruck unseres Lebensstils und unserer Anschauungen. Außerdem ermöglicht uns die digitale Technologie praktisch alles von zuhause aus erledigen zu können.

Das war eine Zusammenfassung  meines Trend-Briefings für 2016. Unsere Vertragsfotografen erhalten auf Anforderung das komplette Briefing. Sie noch kein Vertragsfotograf und wollen  von unserem Creative Research profitieren? Werden Sie Fotograf bei Westend61 und bewerben Sie sich bei content@westend61.de.