himmelunterberlin_gr2Wir haben ja laufend Buchtitel, aber dieser hier ist für uns etwas ganz Besonderes. Das Titelbild des Romans Himmel unter Berlin von Jaroslav Rudiš stammt von unserem Fotografen Michael Zwahlen. Das Besondere daran: Es handelt sich um ein iPhone-Bild. Als wir als erste deutsche Bildagentur eine Kollektion mit Smartphonebildern auf den Markt gebracht haben, wussten wir, dass sich diese Bilder besonders gut für Buchtitel eignen würden. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt haben wir endlich das erste Buchcover.

Viele Kunden sind ja bestimmt etwas misstrauisch, ob die Qualität von Handybildern für ihre Projekte ausreichend ist. Wahrscheinlich ist das Misstrauen in den letzten Monaten durch die Kampagne von Apple schon etwas geschrumpft. In Großstädten hängen überall riesige Plakate, auf denen Bilder abgebildet sind, die mit dem iPhone 6 geschossen wurden. An Bord hat das Smartphone einen 8-Megapixel-Chip. Die Bilder sind mehrere Meter breit. Das verwundert vielleicht manchen, aber erstens ist die Drucktechnik in den letzen Jahren nicht stehen geblieben und zweitens hat der Betrachter einen großen Augenabstand zu den Plakaten. Dadurch sieht man Bildfehler kaum, sei es Bildrauschen oder seien es Artefakte.

Plakatkampagne von Apple

Plakatkampagne von Apple

Viele Fotografen denken ja bis heute, ein Bild muss technisch perfekt sein, damit es ein Kunde kauft. Diesen Wurm haben vor allem die Microstockagenturen ins System gebracht. Als Kunden anfangs noch misstrauisch waren, ob die günstigen Bilder denn auch technisch einwandfrei seien, haben sie Regeln entwickelt, die wirklich übertrieben sind. Alles muss perfekt sein. Man sitzt vor dem Bildschirm, sieht sich die Datei bei 100 Prozent Bildgröße und 20 Zentimeter Augenabstand an. In der Realität macht das niemand außer die Fotografen und Qualitätskontrolleure von Bildagenturen. Wir haben das Thema immer wieder mit erfahrenen Profifotografen, die diese Qualitätsstandards nicht verstehen. Sie sind lange im Geschäft und ihre Kunden ticken anders. Denen geht es zwar auch um technische Qualität, aber in erster Linie um den Inhalt. Bei konkreten Aufträgen kann es schon vorkommen, dass ein Bild in der 100-Prozent-Ansicht auf dem Bildschirm einen Tick unscharf aussieht. Bei 15 Zentimeter Augenabstand zum Bild ist es auch so. Geht man einen Meter zurück, dann sieht die Sache oft schon ganz anders aus. Plötzlich sind viele Bilder scharf und die Kunden sind zufrieden, denn auf das Großplakat sehen die Menschen meist aus fünf bis zehn Meter Entfernung. Die Bilder wirken knackscharf. Jeder hat auch schon unscharfe Bilder auf Werbeplakaten gesehen, gerade dann, wenn sich jemand bewegt. Wen stört’s ernsthaft? Wahrscheinlich nur Fotografen und Menschen, die für die Bildagenturbranche arbeiten.

Aber ist eben so. Auch wir haben die branchenüblichen hohen Qualitätsstandards. Dass Kunden Bilder zurückgeben, weil sie technisch nicht in Ordnung sind, kommt deshalb so gut wie nie vor, da gehen wir wie alle anderen Agenturen auf Nummer sicher. Bei den Smartphonebildern ist die Messlatte aber nicht ganz so hoch. Rein technisch kann das Ergebnis bei so einem kleinen Chip und winzigem Objektiv gar nicht so gut sein wie bei einer Spiegelreflexkamera mit einem Spitzenobjektiv. Das berücksichtigen wir. Doch wie man sieht, ist die Qualität für einen Buchtitel vollkommen ausreichend. Einen Magazintitel hatten wir auch schon, DIN A3-Seiten, DIN A4-Seiten und Apple hat mit seiner Kampagne bewiesen, dass nach oben viel Luft ist.

Wir lieben unsere SMART Collection. Eine Sammlung aus echten Momenten, authentischen und spontanen Bildern sowie verrückten Ideen. Hier finden unsere Kunden keine produzierten Strecken, sondern viele Einzelstücke. Die Kollektion ist immer einen Blick wert. An dieser Stelle zwei Filme, die wir dazu entwickelt haben. Viel Spaß mit unserem Wildstyle!