In zwei Welten zuhause ist Westend61-Fotograf Sebastian Mölleken (39): Der Oberhausener ist ein echter Sohn des Ruhrgebiets und hat die Menschen und Orte im „Pott“ in vielen Bildern porträtiert und dokumentiert. Aber genauso sattelfest ist er in der smarten Welt der People-, Lifestyle- und Werbefotografie – eine spannende Kombination, die im Berufsalltag von Sebastian Mölleken, aber auch in seinem Portfolio für spannende Kontraste sorgt.

Die Grundlagen für sein fotografisches Schaffen legte Sebastian Mölleken von 2002 bis 2009 mit einem Fotodesign-Studium an der FH Dortmund, das er mit dem Diplom abschloss. Seit 2005 ist er als freier Porträt- und People-Fotograf für Agenturen und Direktkunden tätig. In den Anfangsjahren waren Industrie und Banken die Hauptthemen seiner Arbeit. „Für viele Jahre war das mein hauptsächliches Betätigungsfeld“, erzählt er. Die industriell geprägte Szenerie seiner Heimat bietet hierfür eine große Motivvielfalt.

Doch er wollte auch die Zeit zwischen den Aufträgen produktiv nutzen und wandte sich irgendwann der Stockfotografie als zweitem Standbein zu. Christoph Kniel und Niko Synnatzschke, die schon seit vielen Jahren als KNSY in der Stockfotografie tätig sind, fragten Mölleken, ob er sich an einem gemeinsamen Account bei Westend61 beteiligen wolle. Gesagt, getan: Unter dem Pseudonym Joseffson hat diese Kooperative inzwischen knapp 3000 Bilder bei westend61 online und teilt sich ein Studio in Essen-Rüttenscheid.

„Ich musste mich auf die auftraglose Archivfotografie erst mal einlassen“, beschreibt Sebastian rückblickend seine ersten Erfahrungen in diesem Metier. Mittlerweile ist die Stockfotografie ein fester Bestandteil seiner Arbeit. „Gegenwärtig mache ich etwa einmal pro Woche eine Stockproduktion“, so Mölleken. Das erweitert nicht nur seine Fähigkeiten und die Bandbreite seines Angebots, sondern es beschert ihm auch ein konstantes Zusatzeinkommen. Mittlerweile hat er seit rund einem Jahr einen eigenen Account bei Westend61(unter dem Pseudonym Robijn Page), in dem er derzeit rund 2000 Bilder anbietet.

Sebastian Mölleken und seine Kollegen agieren in einem sich ständig wandelnden Marktumfeld: „Man muss immer mit offenen Augen durch die Gegend laufen und sehen, wie sich die Bildersprache entwickelt“, erklärt er. „Zurzeit werden viele Sachen gemacht, die ein bisschen zufällig wirken, wobei wahrscheinlich der Einfluss durch Instagram und dergleichen eine Rolle spielt. Ich glaube aber, dass das wieder gezielter und auch hochwertiger werden wird“, so seine Einschätzung.

Deshalb setzt Sebastian Mölleken auf Klasse statt Masse: „Ich versuche höchstmögliche Qualität anzubieten und mich mit meiner Arbeit von der Bilderflut abzuheben“. Und so ist es kein Zufall, dass er seine Bilder bei Westend61 anbietet, wo nicht nur strenge Qualitätsstandards gelten, sondern auch das Ranking für seine Fotos gut ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für ihn die persönliche Betreuung der Fotografen, mit der sich Westend61 von anderen Agenturen abhebt. Namentlich die Zusammenarbeit mit Michael Kopal, Westend61-Art Director in Köln, wirke sich positiv aus. „Micha ist manchmal auch bei größeren Shootings dabei und gibt mir Tipps. Manchmal kommt er auf interessante Details, die man selbst gar nicht beachtet hätte.“

Aber Sebastian kehrt auch immer wieder gern zu seinen Wurzeln zurück, nämlich zum Ruhrgebiet und seinen Menschen. Freie Serien wie „Pott-Promis“, in der er bekannte Persönlichkeiten der Region in ungeschminkten Close-up-Porträts darstellte, oder auch die Reihe „A 40“, mit der er das Leben entlang der gleichnamigen Autobahn und „Hauptschlagader“ des Ruhrgebiets dokumentierte, sind Ausdruck dieser Bodenständigkeit. „A 40“ entstand im Rahmen seiner Diplomarbeit, als er ein halbes Jahr lang immer wieder die Autobahn rauf- und runterfuhr, jede Ausfahrt nahm und sich dann zu Fuß auf fotografische Spurensuche durch den jeweiligen Ort machte. „Ich habe damals einfach die Leute spontan angequatscht, mit ihnen Kaffee getrunken, ihren Geschichten zugehört und Bilder gemacht“ – Heimatforschung mit der Kamera und fotografisches Porträt einer Region.

Dabei traf und trifft er unverfälschte Typen, Originale, die auch mal Ecken und Kanten haben können. Und bisweilen zeigen seine Bilder auch die Wunden, die die industrielle Nutzung der Landschaft zufügte. Diese Authentizität und „Erdung“ im echten Leben stellt für Sebastian Mölleken einen spannenden Gegenpol zur People- und Lifestyle-Fotografie dar, in der Situationen von Models gestellt werden. „Ich mache beides gern, dieser Schiene meiner freien Arbeit möchte ich auf jeden Fall auch weiterhin folgen“, sagt Sebastian. Und er schätzt die Abwechslung in seinem Berufsalltag, die das ermöglicht: „An einem Tag habe ich einen Typen mit einem Sechs-Tonnen-Stahlträger vor der Kamera, am nächsten Tag ist es dann vielleicht ein Model-Shooting.“