Stell dir vor, du fühlst dich, als könnte dich nichts und niemand stoppen. Du hast das optimale Skill-Set und auch den Ehrgeiz, Hindernisse zu überwinden und alles zu erreichen, was du willst. Stell dir vor, du weißt, wie es sich immer so positiv anfühlte, den Körper an die Belastungsgrenze zu bringen: Tag ein, Tag aus, und du glaubst auch daran, dass du es nach wie vor kannst. Stell dir auch einmal vor, du kannst Fortschritt und Planung genau so exakt einschätzen wie Versagen oder mögliche Konsequenzen. Du verlierst zu keiner Zeit den Glauben an dich. All dies sind Eigenschaften, die Kletterer in sich selbst finden. All dies sind Eigenschaften, die Kletterer in sich selbst finden. All die intensiven Situationen, denen sie begegnet sind, und Herausforderungen, die sie gemeistert haben, machen sie zu dem, was sie sind. Kaum ein Sport vereint mentale und physische Stärke so sehr wie das Klettern.

Auf dem Weg noch oben braucht es die Dreieinigkeit aus Kraft, Konzentration und Können

Klettern bedeutet zunächst das Überwinden der Schwerkraft, denn die zieht uns ziemlich unbarmherzig, mit allem, was sie hat, gen Erde, während wir auf dem Weg in Richtung Gipfel sind. Wenige Sportarten sind ein besseres Ganzkörper-Workout als der komplexe Gipfelsturm. Wir strecken uns, drehen uns ein, treten über Kreuz, halten uns, ziehen unseren Körper hinauf und stoßen uns mit unseren Beinen ab. Alles wird beansprucht: Hände, Hände, noch mal Hände und dann auch Schultern, Bauch, Beine und unsere Körpermitte. Kletterer erarbeiten sich eine sehr gute Balance- und Koordinationsfähigkeit. Der verdiente Lohn: Sie haben ein sehr gutes Gefühl für Körper und Haltung, nicht nur am Berg, sondern auch im Alltag.

Klettern macht auch den Geist fit. Konzentration und Koordination sind die schließlich wichtige Säulen eines erfolgreichen Aufstiegs. Durch kreative Bewegungsabläufe und Lösungsentwicklungen unter hoher körperlicher und psychischer Beanspruchung entwickeln sich Selbsteinschätzung und Reaktionsvermögen. Noch ein Benefit: Nach gemeisterter Prüfung und Gipfel-Glück gehen wir mit einem ordentlichen Schwung Selbstvertrauen an die nächsten Aufgaben. Klettern fördert unsere Willenskraft.

Mehr als nur ein Managersport

Was für Leute gehen eigentlich zum Klettern? Man mag meinen, es sind Hedgefonds-Manager und Menschen aus dem oberen Entscheider-Etagen, die auch noch in der Freizeit eine Herausforderung und den Wettbewerb suchen. Ein Blick in lokale Boulder-Hallen (Bouldern = Klettern ohne Seil in Absprunghöhe) zeichnet ein anderes Bild: Hier tummelt sich ein bunt gemischtes Volk mit viel sozialer Kompetenz. Jeder hilft jedem beim Erschließen neuer Routen, eben eine offene und kontaktfreudige Community. Klettern ist also ein Sport, der unser körperliches und geistiges Wohl fördert und uns auch die wohlige Wärme eines intakten und produktiven Sozialgefüges liefert. Klettern ist aber noch viel mehr.

Wir alle kennen die Bilder von Gipfelstürmern, mit denen wir auf faszinierende Bergketten und Täler blicken. Wir alle können uns danach sehnen, mit ihnen an diesen Orten zu stehen, sie aber aus eigenen Kräften zu erreichen, schaffen die wenigsten. Einen Berg zu besteigen, erfordert viele Ressourcen, allen voran Zeit und körperlichen Aufwand. Wenn man es aber auf den Gipfel schafft, erreicht der eigene Blick ein neues Level an Schönheit. Die Berge eröffnen uns eine einzigartige Szenerie der rohen, ungebändigten Natur. Ein Einblick, der uns in schönen Bildern demonstriert, warum wir die Natur schützen sollten.

Stille Lehrer

Berge zeigen uns nicht nur die Schönheit und Wichtigkeit der Natur, sondern bilden uns automatisch weiter. Klettern und Bergsteigen bringen uns bei, Geduld zu üben. An manchen Tagen, und das ist wie im ganz normalen Business, sind wir einer Herausforderung mal nicht gewachsen. Wir akzeptieren das, weil Berg-erfahren, souverän und probieren es noch mal am nächsten Tag, oder wir müssen noch einmal zurückgehen, um eine neue Route zu erschließen. Wir werden beharrlicher und auch dankbarer, manchmal auch demütig. Klettern lässt uns oft über uns selbst hinauswachsen, und es winkt die Garantie der anschließenden Belohnung. Und wenn der Blick auch mal wegen schlechten Wetters nicht so gut ausfällt, so ist es doch immer die Gewissheit, den Gipfel erklommen zu haben. Durch Klettern und dem Erreichen von Zielen, und dazu kommt die Herausforderung in gleichgesinnter Gemeinschaft, werden wir positivere Menschen: Dank Berg-Power!

Free-Solo-Profi, aber auch schon ein bisschen Legende

Eine positive Einstellung ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg beim Klettern. Niemand, der nicht an seine eigenen Fähigkeiten glaubt, wird es auf den Gipfel schaffen. Ein Manifest der Positivität lieferte im Sommer 2017 der Free-Solo-Kletterer Alex Honnold. Free Solo, das heißt Klettern ohne Absicherung. Jahrelang hat er sich darauf vorbereitet, El Capitan, einen Felsvorsprung im Yosemite-Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien, alleine und ohne Absicherung zu erklimmen. Der atemberaubende Clou daran: Es geht im Grunde 1000 Meter schräg nach oben, auf kleinen Felsspalten und Vorsprüngen. Seine Geschichte erzählt Alex besser selber, was er auch in einem Ted Talk getan hat. Empathische Schweißperlen sind beim Anblick der Bilder garantiert.

Fotografen am Limit

Vieler unserer Fotografen begeben sich immer wieder auf Abenteuer-Tour in den Bergen, jeweils mit variierenden Härtegraden. Mal geht es steile Felswände hinauf, und an anderen Tagen bietet eine einfache Bergwanderung den Stoff für wundervolle Outdoor-Produktionen. Die Highlights unserer Gipfelstürmer haben wir in einer Lightbox zusammengefasst.