Eine Schlüsselrolle bei Westend61 hat Creative Director Martine Prässl, denn bei ihr laufen die Fäden des Creative Departments zusammen: Martine koordiniert und unterstützt das Team bei der Betreuung der Fotografen – ein weites Aufgabenfeld, das von der Akquise und Bearbeitung von Bewerbungen über die gesamte Kommunikation und Unterstützung der Produktion bis hin zur Bildauswahl reicht. Ihre Mitarbeiter sind drei festangestellte und zwei freiberufliche Artdirektoren, eine Mitarbeiterin für Content Development und Creative Research sowie eine Mitarbeiterin im Content Management, die vor allem für die Qualitätskontrolle zuständig ist.

Das ist längst nicht alles: „Ich arbeite auch kontinuierlich an unserer Bildersprache und wie wir sie nach außen kommunizieren. Dazu gehören beispielsweise die Auswahl der Motive für unsere Website sowie für Marketing und Features in den sozialen Netzwerken“, erklärt Martine Prässl. Und sie muss auch ständig (mindestens) ein Auge auf die große weite Bilderwelt da draußen haben, um relevante Trends und Marktentwicklungen frühzeitig zu erkennen. Diese Beobachtungen fließen dann unter anderem in das INSPIRE-Magazin ein, mit dem das Westend61-Team regelmäßig seine Fotografen auf dem Laufenden hält.

Persönlicher Kontakt zu den Fotografen wichtig

Denn schließlich sind es die Frauen und Männer hinter der Kamera, die mit ihrer Kreativität die Produkte schaffen, die Westend61 vermarktet. Doch der persönliche Kontakt zwischen Fotografen und Agentur, wie er hier gelebt wird, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit in der Branche: Niemand weiß das besser als Martine, die seit fast 30 Jahren immer mit Bildagenturen zusammengearbeitet hat, davon zuletzt 13 Jahre lang für Getty Images. Die gute Betreuung der Fotografen war dann auch einer der Gründe, warum sie vor fünf Jahren Westend61 zu ihrer neuen beruflichen Heimat machte: „Besonders gut hat mir hier von Anfang an gefallen, dass die Bilder und vor allem die, die sie produzieren, also die Fotografen, an erster Stelle stehen“, so Martine.

Dass hier ein kleines, enthusiastisches Team mit Power und flachen Hierarchien am Werk ist, kommt nach Martines Erfahrung nicht nur dem Arbeitsklima und der Motivation der Kollegen zugute, sondern hat auch einen handfesten Vorteil im harten Wettbewerb: „Dadurch, dass die Firma vergleichsweise klein ist, ist sie auch sehr flexibel, wenn es um das Aufgreifen und die Umsetzung neuer Ideen geht“, erklärt die Kreativdirektorin.

Wie bereits angedeutet, agieren das Westend61-Team und seine Fotografen in einem sich ständig ändernden Marktumfeld, das maßgeblich von Trends bestimmt wird. Diese Strömungen zu erfassen und zu analysieren, ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. „Bei unserer Arbeit befassen wir uns sehr intensiv mit Megatrends, wie zum Beispiel Digitalisierung, Individualisierung und Achtsamkeit, weil das Themen sind, die eine große Relevanz in der Gesellschaft haben und man keine kundenrelevanten Bilder produzieren kann, ohne diese Trends abzubilden“, weiß Martine. Gleichzeitig existieren aber viele, teilweise sehr unterschiedliche Bildstile erfolgreich in der Welt der Stockfotografie nebeneinander. In diesem Umfeld die passende Bildersprache zu finden, erfordert Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Kreativität. „Ganz klar ist jedenfalls, dass sich die Entwicklung der Bildsprache in Werbe- und Stockfotografie stark an den sozialen Medien wie Snapchat, Instagram und Facebook orientiert. Die schnappschussartige, subjektive visuelle Darstellung dort hat unsere Sehgewohnheiten nachhaltig beeinflusst“, ist sich Martine sicher.

Trends erkennen und auf Kundenwünsche eingehen

Marktbeobachtung und enge Abstimmung mit den Fotografen sind die eine Seite von Martines Job, Nähe zum Kunden die andere. „Denn im Dialog mit unseren Kunden erfahren wir genau, was gewünscht wird und können das dann unmittelbar in unsere Arbeit einfließen lassen“, erklärt sie. Harte Arbeit ist all das natürlich manchmal schon, wenngleich Martine es nur selten so empfindet. Seit ihrer Jugend beschäftigt sie sich leidenschaftlich gern mit Fotografie und man könnte durchaus sagen, dass bei ihr Hobby und Beruf eins geworden sind.