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Die allmähliche Rückkehr zu einer neuen „Post-Corona-Normalität“ spiegelt sich auch in den neuesten Einsendungen der Fotografen von Westend61 wider. Und fast scheint es sogar, als habe die existenzielle Bedrohung durch das Virus ihren Blick durch den Kamerasucher geschärft und sie zu neuen Ideen inspiriert. Die Protagonisten der Juni-Bilder verkörpern ein intensives Selbstgefühl: Sport, Nacktheit und generell Körperbetontheit stehen im Mittelpunkt. Nach einer Zeit von Verunsicherung, Schockstarre, Einschränkung und Stillstand dokumentieren diese Fotos eine Rückkehr starker Gefühle und gesteigerter Lebensfreude, eine aufblühende Intensität des Empfindens.

Das ist sicherlich eine Folge der Krise, die wir alle durchleben mussten: Wir wurden mit einer veränderten Welt konfrontiert und haben uns allmählich auf die Situation eingestellt. Wir wurden durch die vielfältigen Kontaktbeschränkungen auf uns selbst zurückgeworfen und mussten unseren Platz in der Welt neu finden und definieren. Das führte bei vielen zu einer Rückbesinnung und zur Suche nach neuen Antworten auf die alte Frage: „Wer bin ich, wer will ich sein und was ist mir wichtig?“

Das heißt nun aber keineswegs, dass unsere Fotografen gewissermaßen den Kopf in den Sand gesteckt und sich nur mit sich selbst beschäftigt hätten. Die Bilder zeigen, dass sie sich auch in der Isolation den Blick für die Welt da draußen und ihre Probleme bewahrt haben und mit ihren Bildern auch gesellschaftliche Botschaften transportieren möchten. So beziehen sie beispielsweise Stellung zu den „Black-Lives-Matter“-Protesten in den USA und anderswo.

Das zeigt: Der unseren Fotografen von der Pandemie auferlegte Dornröschenschlaf ist vorbei – und er hat sie nicht etwa müder, sondern eher wacher gemacht! Mit ihren aktuellen Arbeiten tragen sie einmal mehr dazu bei, dass das Portfolio von Westend61 bei aller Fülle an kreativen Ausdrucksformen nicht etwa eine Kunstwelt ist, sondern ein Abbild des Lebens in all seiner bunten Vielfalt.

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