Kann es in der westlichen Welt im Jahr 2019 eigentlich noch echte Männerberufe geben? Statistiken, die darauf hindeuten, gibt es jedenfalls viele, und manche erheben gewisse Branchen sogar zu autarken Männerdomänen. Da wären Hoch- und Tiefbau, Gebäudetechnik, Metallbau. Das sind allesamt Berufe, in denen der Frauenanteil unter 10% liegt. Logistik wäre noch so ein Kandidat: Hier vereinen sich Lagerlogistik und Transport. Oft denken wir an Arbeiten, die aufgrund der körperlichen Voraussetzungen eher von Männern getätigt werden. Doch auch hier verblasst das Bild des werkelnden männlichen Malochers. Und dank der technischen Entwicklung kann dieses Argument aber bald ad acta gelegt werden.

Im Jahr 2015 waren 20,2 Prozent der 2,8 Millionen Angestellten in der Logistikbranche Frauen (Quelle: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung). Dazu kommt die Tatsache, dass Frauen meist in weniger sichtbaren Abteilungen der Logistik arbeiten, zum Beispiel in der Buchhaltung oder im Sekretariat. Bleibt die Logistik also ein Herrenclub?

Laut dem renommierten Statistik-Portal Statista lag der Frauenanteil 2017 bei 28,5 %, das ist ein rasanter Anstieg für diese kurze Zeit von zwei Jahren. Über einem längeren Zeitraum kann man auch einen kontinuierlichen Zuwachs an Logistikerinnen erkennen. Langsam, aber stetig bröckelt die Männerdomäne. Frauen sind zwar immer noch unterrepräsentiert, aber es tut sich etwas. Daher möchten wir heute die häufig getadelte Logistikbranche loben.

Daniel Ingold ist für seine industriellen Produktionen bekannt, und er hat auch schon einige branchenspezifische Shootings für uns umgesetzt. Diesmal nahm er sich dem Thema Frauen in der Logistik an und hat, quasi als Premiere, ohne männliche Models in einer Lagerhalle geshootet. Gebrieft war das Thema „Business mit industriellem Hintergrund“: Die Frau wird also in der Führungsrolle dargestellt. Uns gefällt die Inszenierung der neuen Frauen-Power. Durch die drei Hallen eines Unternehmens im Saarland, das weltweit agiert, ging es für 4 Stunden, inklusive Outfit-Wechsel und Maske, zur kreativen Sache. Eher fast ein bisschen wenig, wenn man bedenkt, dass es in den Hallen doch überall etwas zu entdecken gibt. Doch wir haben auf jeden Fall genug gesehen, um Daniel zu einer weiteren spannenden Produktion zu gratulieren.