Ein persönlicher Entscheid plus tausende Auswahlmöglichkeiten ergeben unzählige Gründe, warum es das Treffen von Entscheidungen uns manchmal so schwerfällt. Frage ans Gehirn: Wieso machst du es uns manchmal so schwer? Wir sind entweder auf der Suche nach etwas Abstraktem, dessen Details oft verschwommen bleiben, und wenn wir uns dann einmal klar sind, was wir wollen, dann macht uns oft die Vereinbarkeit mit der Realität einen Strich durch die Rechnung.
Was wollen wir? XY oder YX! Wie wollen wir es? Schnell, gut, günstig? Dann darfst du nur ein paar Attribute wählen.

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Der „Too-much-choice“-Effekt

Es ist 2019, und die westliche Welt lebt im Überfluss, es mangelt uns an nichts. Wir stehen vor der recht angenehmen Problematik „je größer die Auswahl, desto schwieriger die Entscheidung“. Wir sehen uns nicht mit Entscheidungen konfrontiert, von denen das bloße Überleben abhängt, sondern der Frage nach Pommes-Currywurst oder Spaghetti bolognese zum Mittag. Brauch die neue Karre einen Turbolader, will ich einen Wintergarten oder eher doch ein schickes Saunahaus, Kino, oder langt heute zum Essen gehen oder doch nur ein kleiner Check-in die nächste Trend-Bar? Das sind die größeren und kleineren Entscheidungen, die wir im Alltag treffen.

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Da liegt auch schon die Crux. Die Hirnforschung erklärt uns, dass schwierige Entscheidungsfragen unseren Grips mehr fordern. Da wir neben Currywurst und Spaghetti bolognese auch nach den gebratenen Reis mit Hühnchen, den Ceasar Salad, unzählige weitere Optionen haben, wird der Gyrus cinguli, so heißt ein Teil des limbischen Systems in unserem Gehirn, welcher für die Lösung von Konfliktsituationen und zur Risikovorhersage zuständig ist, jeden Tag ordentlich gefordert. Die Rechnung ist hier ganz einfach: Die weiche Masse da oben hat eine begrenzte Speicherkapazität, und je komplexer die Auswahl wird, umso fehleranfälliger wird der Entscheidungsprozess.

Two managers standing in company using laptop - DIGF01703

Zukunftsentscheidungen: Das sind die richtig dicken Brecher

Ungefähr 20.000 Entscheidungen treffen wir pro Tag. Viele von ihnen sind absolut gelernt, und das Unterbewusstsein leistet uns den Beistand, den wir dringend benötigen. Sonst wäre jeder Tag eine einzige Verkettung von bewusst zu treffenden Entscheidungen, die uns letztendlich von jeglicher Umsetzung abhalten würden. Weitere Helfer sind zum Beispiel unsere Stimmung, unsere Umwelt und unser Appetit.Tja, manchmal klärt sich die Currywurst-Spaghetti-Bolognese-Frage glücklicherweise wie von selbst. Ich brauch das jetzt!

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Kommen wir also zu den richtig dicken Brechern: Den Entscheidungen, die unsere Zukunft nachhaltig beeinflussen. Dabei müssen wir zunächst festhalten, dass Zukunftsentscheidungen absolut nicht in der Zukunft liegen. Sie geschehen im Hier und Jetzt, zu jeder Sekunde. Wir legen mit unserem Tun und Lassen permanent den Grundstein für unsere zukünftigen Entscheidungen und jene, die unser Leben nachhaltig beeinflussen.

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Das ist aber auch das Dilemma des Ganzen: Wir haben die Zügel jetzt in der Hand, müssen uns entscheiden. Den Outcome und auch Benefit sehen wir aber oft erst später. Unsere gesellschaftlichen Strukturen machen es uns dabei nicht immer ganz einfach. Wir sehen uns vor der Entscheidung, welche Erziehung und Arbeit wir uns für unseren Lebensweg aussuchen, wenn wir einen Tag zuvor noch danach fragen mussten, ob wir mal eben zur Toilette gehen dürfen.

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So ist es absolut wichtig, sich vor großen Entscheidungen eine kleine Auszeit zu gönnen. Dabei sollten wir versuchen, das große Ganze zu betrachten und sämtliche Störfeuer auszublenden. Ein wichtiger, nahezu brachial-logischer Fakt über Entscheidungen, der uns gerade bei großen Entscheidungen helfen kann, sind Alternativen. Wer sich nicht entscheiden kann, der braucht eine weitere smarte Variante, um die bestehende Option besser abzuwägen oder eben eine alternative Entscheidung treffen zu können. Achtung! Hier bestenfalls nicht ins Currywurst-Spaghetti-Bolognese-Fiasko geraten. Natürlich sind viele Optionen auf dem Tisch gut, aber sind diese einmal vorhanden, sollte behutsam aussortiert werden, bis die richtige Entscheidung gefunden ist. Da es ja um nachhaltige Entscheidungen geht, müssen diese normalerweise nicht täglich gefällt werden: Was für ein Glück.

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Die Kinder machen es uns vor

Wie banal unsere Entscheidungen manchmal sind, wird uns gerade vorgelebt, und das von den Jüngsten unter uns. Greta Thunberg und Kinder aus aller Welt leben es uns vor, welche Entscheidungen wirklich zählen. Die couragierte schwedische Klimaschutzaktivistin hat sich dazu entschieden, sich mit aller Kraft für uns alle einzusetzen und fordert uns auf, die wichtigste Entscheidung unserer Zeit zu fällen: Der nachhaltige Umgang mit unserer Umwelt. Eine Entscheidung, die gefällt werden muss, auf die es eigentlich nur eine Antwort gibt.

Portrait of little girl on her mother's arms in rape field - PSIF00008

Eine Entscheidung, die eine Verkettung an Entscheidungen nach sich zieht, deren Antworten ebenfalls völlig klar sind. Es ist die Entscheidung dazu, weiterhin Entscheidungen treffen zu können. An dieser Stelle ist das Heute schon das Morgen: mehr denn je!

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