Wir schreiben das Jahr 2019, und die Welt befindet sich im Daueralarm. Eine Krisensituation jagt die nächste: die EU-Flüchtlingskrise, der Klimawandel und die permanent drohende Eskalation im Nahen Osten.Hands of mature man and his pregnant mature wife touching her belly - MFF04628

Während wir unsere Augen nicht vor den großen Krisen unserer Zeit verschließen dürfen, müssen wir zeitgleich auf das schauen, was wahrscheinlich der wichtigste Baustein eines erfüllten Lebens ist: unsere Sicherheit, gesundheitlich, sozial und finanziell – also eine echte Herausforderung.

Zur Lightbox "Sicherheit"

Die Bestimmung des eigenen Standpunkts, für uns die Standards der westlichen Welt und darüber hinaus das Wohlergehen eines deutschen Staatsbürgers, sollte uns nicht dazu führen, Ängste oder gar Verlustängste gegenüber virtuellen Phänomenen zu entwickeln, die durch Medien, und auch die möglichen befürchteten Konsequenzen von Krisen, in unsere Städte und somit auch in unsere Wohnzimmer getragen werden, sondern wir sollten vielmehr das Gespür dafür gewinnen, was wir aus unserer Sicherheit heraus bezwecken können.

Father and daughter hanging up nest box in garden - RORF01209

Das heißt schlicht: Die Moral aufzubringen, hilfsbedürftigen Menschen entgegenzukommen und nicht sie auszugrenzen. Es scheint fast ironisch, dass wir noch nie so sicher waren wie heute. Es findet seit Jahren eine entgegengesetzte Entwicklung statt, ein real existierendes Paradoxon: Wir leben immer sicherer, fühlen uns aber immer unsicherer.

Sichtbare Sicherheit bedeutet auch: Es droht Gefahr!

Sicherheit im Alltag verlangt immer, psychologisch verortet, Schutz vor potenziellen Gefahren. Wie bereits beschrieben, gilt Sicherheit als menschliches Grundbedürfnis. Es ist der Wunsch nach Freiheit und zugleich auch Kontrolle. Kontrolle geht häufig mit einer Sichtbarkeit der Sicherheit einher. Ein simples Beispiel: Bodyscans an Flughäfen oder Betonblöcke rund um den Weihnachtsmarkt. Diese Kontrollen oder Barrieren erinnern uns an die potenziellen Gefahren, die unsere Sicherheit gefährden, und wir empfinden eine Sichtbarkeit genau dieser Sicherheit oft auch als eine drohende Gefahr. Irgendwie ist das das Prinzip „Denk nicht an den rosa Elefanten.“ Es ist ein Gegensatz, und nicht allzu selten finden wir uns in der Situation wieder, dass unser Wunsch nach Sicherheit unsere Freiheit eingrenzt.

Little boy crouching on Jungle gym - MUF01555

Ende der Eingrenzung und Sicherheit: Lang lebe die Flexicurity!

Die Anforderung an eine zeitgemäße Sicherheit sind in der Folge eine geringere Sichtbarkeit. Sie soll also kein Gegensatz mehr zu Flexibilität sein. Wie nennen wir das? Mit einem Begriff, den man sich merken muss: Flexicurity. Durch staatlichen und unternehmerischen Fortschritt entwickelt sich eine neue Risikokompetenz, hin zu Unternehmen und uns selbst als Privatpersonen, die unsere Welt sicherer macht. Flexicurity beschreibt letztendlich die Notwendigkeit eines Kompromisses zwischen Flexibilitätsanforderungen und Sicherheitsbedürfnissen. Ein Spagat, der für Unternehmen und Privatpersonen einfacher zu bewältigen ist, als für den manchmal recht schwerfälligen Staatsapparat.

Young man with umbrella standing in the street - UUF17885

Wem das jetzt zu sehr nach Bürgerwehr klingt, dem sei gesagt, dass dieser Begriff aus der Unternehmenskultur kommt und die dort vorherrschenden Risikofaktoren betrifft. Auch außerhalb der Wirtschaft betrifft dies zum Beispiel Faktoren wie die finanzielle Sicherheit. So findet sich ein Freelancer im Epizentrum der Flexicurity. Ihm oder ihr selbst obliegt, wann wie viel Sicherheit angemessen ist und wann die eigene Flexibilität an oberster Stelle steht. Es ist eine in sich flexible Sache, wie wir merken.

young smiling woman giving her hand in a rope course - EYAF00205

Woher die Unsicherheit?

Das Geschäft mit der Sicherheit boomt. Der Markt für zivile Sicherheitsprodukte betrug 2018 weltweit mehr als 350 Milliarden Euro. Wobei Teilbereiche um mehr als 10 Prozent pro Jahr wachsen. Wie kommt es dazu, wo wir doch vermeintlich so sicher sind. Wie können wir das bestehende Gefühl der Unsicherheit unserer Gesellschaft erklären?

A person in a radiation protective suit walking alongside an oilseed rape field - FSIF00933

Einen großen Teil müssen wir auf die Informationsflut unserer Zeit schieben. Eine Umfrage vom Info.Center der It+V Versicherung hat 2018 ergeben, dass eine gefährlichere Welt durch Trump-Politik, Überforderung von Deutschen durch Flüchtlinge, Spannungen durch Zuzug von Ausländern und Terrorismus unter den „Top 5“-Ängsten der Deutschen befinden. Wenn wir täglich die Zeitung aufblättern oder für diese Zeit ja gewöhnlich den TV anschalten oder auf Facebook surfen, werden wir genau mit diesen Themen unter medialen Dauerbeschuss genommen. Eine Lösung der Problematik lässt sich nicht so einfach anbieten. Vielmehr wollen wir an den oben genannten Punkt appellieren: Das Besinnen auf den eigenen Standpunkt, der uns so doch bei einigen Punkten dieser Ängste helfen sollte, die Dinge in die richtige Perspektive zu rücken.

Zur Lightbox "Sicherheit"