… oder „Music makes the people come together“. Madonna hat es eigentlich auf den Punkt gebracht: Es gibt kaum eine Sache auf der Welt, bei der Menschen leichter zueinander finden. Musik verhilft uns zu Freuden und sogar über so manchen Schmerz hinweg. Sie weckt Erinnerungen und lässt uns von neuen Abenteuern träumen. Sie gibt uns so viel Emotionen, und manchmal ist sie auch ein bisschen profan. Je nach Lust und Laune versetzt sie uns in jeden erdenklichen Gemütszustand, oder sie zieht sich, wie ein scheues Wesen, ganz einfach in den Hintergrund zurück.

Nicht nur Kunstgattung, sondern auch ein physikalisches Phänomen

Musik besteht aus Tönen, Geräuschen und Klängen: also organisierten Schallereignissen, die in ihrer Anordnung, Abfolge und Schnelligkeit zu Melodien in unseren Ohren werden. Unterschiedliche Lautstärke, Intensität, Höhe, Dauer verleihen jedem Ton und Klang einen eigenen Charakter. Werden viele dieser Töne übereinander gelegt, entsteht Mehrstimmigkeit, und korrelierende Töne bilden eine Harmonik und bieten auch viel Anreiz zum Experimentieren: Wer schon mal Werke vom Komponisten von Karlheinz Stockhausen gehört hat, weiß ein Lied davon zu singen.

Der physikalische Baukasten für Musiker scheint unerschöpflich und bietet die Grundlage für eine unendliche Anzahl an Symphonien und Songs. Alleine der Musikstreaming-Anbieter Spotify bot im März 2018 eine Auswahl von über 38 Millionen Titeln an. Wenn wir nun bedenken, dass die ältesten gefundenen Instrumente auf eine Zeit vor 35 000 Jahren zurückdatieren, scheinen, oder sind, die Möglichkeiten an Kombinationen von Tönen, Klängen und Rhythmen einfach unermesslich.

Warum wir Musik mögen

Warum reagieren wir auf Musik? Und warum lässt uns diese manchmal vor Freude tanzen oder auch einfach kalt? Eine klassische Ecke für Musik hat unser Gehirn gar nicht zu bieten, vielmehr greift Musik auf das gesamte Gehirn zu und wirkt dort auf allen Ebenen, und das mit direktem Zugang zu unseren Emotionen. Musik zieht uns bereits im Kindesalter in ihren Bann. Sie ist für uns mindestens genauso spürbar wie die Geschichten unserer Eltern und die Farben und Formen, die uns im Alltag begegnen. Im Alter von acht Jahren sind alle Grundsteine gelegt, um Harmonien komplett erfassen zu können. Ab diesem Zeitpunkt verstärkt sich die Entwicklung des eigenen Musikgeschmacks. Dieser ist wiederum von vielen Dingen abhängig: eine Rolle spielen unser soziales Umfeld, die Musik unserer Eltern, die unserer Freunde und das grundsätzliche Lebensgefühl, das uns umgibt, und nicht zuletzt, unsere Herkunft. Die Entwicklung der eigenen Musikfavoriten ist also nie abgeschlossen. Es klingt spannend, dass wir doch immer noch mal auf einen neuen Geschmack kommen können. Gestatten: ein neues Idol „Johann Sebastian Bieber“!

Auf der digitalen Autobahn: Ear-Pods und Streaming

Auch Musik ist ein Thema, vor dem die Digitalisierung keinen Halt macht. Eigentlich macht sie ja ungern vor irgendetwas Halt. Sie verändert nicht nur die Art und Weise, wie Profis musizieren, sondern auch, wie wir als Hörer Musik konsumieren. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir uns vor Plattenläden, anlässlich der neusten Popstar-Scheiben, die Beine in den Bauch standen. Klar, Vinyl erlebt eine Renaissance, aber die meisten von uns streamen jetzt gemütlich von der Couch oder in der Bahn, vom Laptop oder auf dem Smartphone. Streaming-Dienste haben die Musikbranche nachhaltig beeinflusst. Vor allem unserer Rechercheverhalten ist durch Algorithmen und auch aufgrund der überwältigenden Auswahl nicht mehr so wie früher. Ein bisschen schade ist das schon, denn die Romantik der Musik geht dabei etwas verloren, aber es ist eben auch praktisch. Das sind eben die Zeiten, in denen wir leben.

Die Digitalisierung bietet aber auch immer neue Formen des Lernens an. Musikbegabte laden Song Tutorials auf Youtube hoch, die das Erlernen von Songs vereinfachen. Eine schöne Konsequenz, die Klickzahlen gehen durch die Decke, und das Konto freut sich. Musiker werden über Soundcloud berühmt und müssen nicht jahrelang darauf hoffen, dass eines ihrer Demotapes nicht in der Schublade eines Produzenten verstaubt. Die Musik ist in der heutigen Zeit noch viel zugänglicher geworden. Wir haben immer und überall Zugriff darauf, und sie bietet uns eine Vielzahl an Möglichkeiten. So wie es die musikalische Metaphysikerin Madonna schon sagte: „Music makes the People come together. Music makes the Bourgeois and the Rebel.“