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In der EU leben 513 Millionen Menschen (das ist der Status quo mit noch 28 Mitgliedsstaaten) auf einer Fläche von mehr als 4 Millionen Quadratkilometer – nach China und Indien die drittgrößte Bevölkerung der Welt. Es ist wie in einer großen Familie: Es geht bunt zu, es gibt die Musterschüler, die Aus-der-Reihe-Tänzer, den Onkel, den man zum Glück nur bei großen Familientreffen ertragen muss, und die Lieblingsoma, die einem immer ein gutes Taschengeld zuschiebt. 28 Mitgliedsstaaten, das heißt in diesem Fall 24 Amtssprachen, die unter einem Dach der Europäischen Union vereinigt werden: Dialekte und geographische Sprachabwandelungen außen vor gelassen.

Team of confident business people smiling in office - MASF05160

Da können Koordination, Abstimmung und Verständnis auch schnell mal zur Herkules-Aufgaben werden. Wir stellen uns ja manchmal die Frage, wie zum Geier diese Sprachen alle in Einklang gebracht wurden und über wie viele Missverständnisse dabei gestolpert wurde? Beantworten können wir es nicht, aber wir können festhalten, dass die EU trotz einiger familiären Streitereien nach wie vor ein Symbol für Völkerverständigung ist: Immerhin wurde sie 2012 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Eine Tatsache, auf die wir alle stolz sein können.

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Und dann kommt natürlich noch die, positiv gemeint, „linguale Sippschaft“ hinzu.

Bei den Themen Sprachen und Völkerverständigung geht es jedoch natürlich um mehr als eine politische Institution. Europa ist schließlich noch so viel mehr, als die pure EU. Wenn man über Familie redet, dann sollte man auch die Sippe dazu zählen. Zu den 24 offiziellen Sprachen gesellen sich mehr als 100 weitere Minderheitensprachen, deren Existenz sicherlich so einigen „Wer wird Millionär“-Teilnehmern die Schweißperlen auf die Stirn treiben würden.

Da wären zum Beispiel Friesisch, Niederdeutsch, Sorbisch, Bretonisch, Galizisch, Sami, Livisch… Das teilt sich letztendlich auf über 700 Millionen Menschen auf, die alle Miteinander kommunizieren wollen, zumindest zu einem großen Teil. Mehr als 90 Prozent der Einwohner Europas sprechen indogermanische Sprachen. Am weitesten verbreitet sind slawische, germanische und romanische Sprachen. Auch Griechisch, Albanisch, die baltischen und keltischen Sprachen sowie das Romani zählen zu den indogermanischen Sprachen.

Unser EU-Highlight: Der Europäische Tag der Sprachen

Um Sprachen ihren Platz zu geben, haben die EU und der Europarat das Jahr 2001 zum Europäischen Jahr der Sprachen ausgerufen. Ziel ist es, einer Sprachverarmung vorzubeugen. Schließlich werden einige der letztendlich 200 verschiedenen europäischen Sprachen nur noch von vereinzelten Familien gesprochen und sind somit vom Aussterben bedroht. Aus dieser Initiative ist der Europäische Tag der Sprachen erwachsen, der nun jährlich am 26. September gefeiert wird.

Pupils learning together on corridor in school - ABIF00390

Der Tag steht im Zeichen aller europäischen Sprachen, über politische und national-spezielle Grenzen hinaus. Er ist eine Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen und hat zum Ziel, die Vorteile von Sprachkenntnissen und somit Völkerverständigung zu verdeutlichen. Viel zu oft entstehen Konflikte, da Menschen nicht dieselbe Sprache sprechen, und leider viel zu oft auch rhetorisch. Daher feiern wir heute den Europäischen Tag der Sprachen mit tollen Bildern von Gemeinschaft und Zusammenhalt.

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