Kaum vorstellbar: Auf der indonesischen Urlauberinsel Bali gab es im März einen „Tag der Stille“. 24 Stunden lang mussten Einheimische sowie Touristen auf mobiles Internet und ihr Handy verzichten. Flugverkehr? Fehlanzeige! Das hinduistische Jahr wurde mit Ruhe eingeleitet.
Es ist das absolute Gegenteil zu unserem Stress-durchfluteten Alltag: vom ersten Drücken der Snooze-Taste, über das Mailbombardement, bis hin zum abendlichen endless-Scrolling durch Instagram. Ach, wie sehr wir doch diese Bilder von Outdoor-Abenteuern und Co lieben.

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So träumen wir dahin, steigen in den nächsten Tagen in Outdoor-Klamotten, die ja gerade fürchterlich angesagt sind, ein, um dem ganzen Feeling ein wenig näher zu kommen, aber die wirklichen Abenteuer lassen auf sich warten. Es sind doch aber genau diese Momente, die uns zur Ruhe verhelfen. Die Notwendigkeit der Alltagsflucht mag jetzt für viele daher geholt klingen, sie liegt aber auf der Hand.

Iceland, North of Iceland, back view of couple standing on jetty looking at view - AFVF00599

Ruhe ist die beste Medizin

Ruhe ist ein Grundbedürfnis des Menschen, jedes Menschen. Der Zustand des Nichtstuns, des Nichtsdenkens will gelernt sein, aber wenn wir ihn beherrschen, dann liefert er uns Entspannung: Körper und Geist freuen sich über die Möglichkeit zur Regeneration. Unser Gehirn und unsere Knochen sind Nutzgegenstände, die wir jeden Tag aufs Neue malträtieren, abnutzen und sprichwörtlich unter Stress setzen. Als Gegenpol zur Aktivität benötigen wir Regeneration, um verbrauchte Kräfte wieder aufbauen zu können.

Austria, Tyrol, Legs of a man, watching paraglider over lake Achensee - WFF00083

Körper und Geist müssen regelmäßig Energie auftanken können, in einem Alltag, der auf Leistung ausgelegt ist. Bei manchen ist sogar die vermeintliche Entspannung auf Leistung ausgelegt. Wenn dieser Zustand der Entspannung als Ausgleich zum Alltag fehlt, dann wirkt sich das negativ auf unser ganzes System aus, gesundheitlich und geistlich. Wir bekommen Probleme mit der Konzentration und unserem Leistungsvermögen. Manche treiben das bis zur Volkskrankheit der Moderne: den inzwischen schon legendären Burnout.

Namibia, Walvis Bay, Namib-Naukluft National Park, Sandwich Harbour, woman walking in dune landscape at the sea - LHPF00439

Visuelle Reize und visuelle Reise

„Heute mache ich mal einen entspannten Abend.“ Netflix and chill, ab auf die Couch und abtauchen in der Mediathek des Streaming-Dienstes unserer Wahl. Entspannung ist das nicht wirklich, setzen wir unser Gehirn doch wieder permanent visuellen Reizen aus und einem Informationsfluss, den es erst einmal zu verarbeiten hat.

Italy, Veneto, Dolomites, Alta Via Bepi Zac, mountaineer standing on Pale di San Martino mountain at sunset - LOMF00826

Da kann die Unterhaltung noch so anspruchslos sein, die permanente Mediabeschallung hält uns in ihrem Bann. Wie gelangen wir also an Ruhe, müssen wir meditieren, um einen Zustand von Gelassenheit und Erholung zu erreichen? Nein, es müssen keine Extreme sein. Ein Spaziergang in Abwesenheit sämtlicher Bildschirme und Musikbeschallung tut es auch, vielleicht auch mal ein Saunagang oder eben der Blick in die Weite.

Woman with hat running in lavender fields, Plateau de Valensole, Alpes-de-Haute-Provence, Provence-Alpes-Cote d'Azur, France, Europe - RHPLF01491

Wir schicken euch heute auf eine visuelle Reise, so ein wenig wie Instagram, aber nicht in einen endlosen Stream, gespickt unzähligen Ablenkungen. Wir schicken euch in die Weite. Dort wo ganz viel Raum für Stille und Ruhe ist. Wir nehmen euch einmal mehr mit, an erstaunliche Orte unseres wunderschönen Planeten. Unsere Fotografen liefern euch dazu die Eindrücke, die ihr braucht. Schwelgt ein wenig mit ihnen und kommt zur Ruhe. Vielleicht plant ihr wirklich ein kleines Abenteuer, auch wenn es nur kurz jenseits eurer Stadt liegt. Denn auch in den kleinen Wäldern und Heiden eröffnen sich euch wunderschöne Blicke, die dazu einladen, die Seele wirklich mal baumeln zu lassen. Der perfekte Tipp: Handy aus!

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