(Vor)bilder im Verborgenen: Die stillen Helden des Alltags

Immer wieder werden zunehmende soziale Kälte und Egoismus in der modernen Leistungsgesellschaft beklagt. Und in der Tat erweckt die fortschreitende Individualisierung manchmal den Eindruck, dass viele Menschen nur für sich leben und sich selbst der/die Nächste sind.Doch darüber gerät leicht in Vergessenheit, dass es unter uns eine große Zahl von Menschen gibt, die jeden Tag ohne viel Aufhebens davon zu machen für andere da sind: Es sind diese stillen Helden des Alltags, die jeden Tag und oft von der Öffentlichkeit unbeachtet gute Taten vollbringen. Mit ausdrucksstarken Bildern von ihrer Arbeit kann man ihnen nicht nur ein Stück Anerkennung geben, sondern auch ein visuelles Signal des Miteinanders setzen.

Stockfoto, lizenzfrei, Feuerwehrmann nimmt Helm vom Regal in der Feuerwache
© lyzs/Westend61

Ein visuelles Signal für das Miteinander

Leistungsbereitschaft, Gewinnstreben und technischer Fortschritt sind wichtig für eine Industriegesellschaft; mindestens genauso wichtig ist aber der „soziale Kitt“, der sie zusammenhalten muss und der dafür sorgt, dass auch Schwächere nicht auf der Strecke bleiben: Das sind zum Beispiel die vielen Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Alte, Kranke, Einsame und Benachteiligte engagieren, ihnen ihre Zeit und Empathie schenken und ihnen damit das Leben etwas leichter machen. Angesichts des demografischen Wandels gewinnt gerade das Thema „Pflege“ immer mehr an Bedeutung – und bietet ein großes Potenzial für gute Fotos.​

lizenzfreies Stockfoto, Porträt eines lächelnden Feuerwehrmannes vor einem Feuerwehrauto mit Kollegen im Hintergrund

Das sind die Helden des Alltags!

In die Kategorie „Helden des Alltags“ gehören darüber hinaus all jene, die in kleineren und größeren Notlagen helfen: es sind die vielen Profis, deren Aufgabe darin besteht, einzugreifen, wenn etwas im weitesten Sinn nicht in Ordnung ist, also zum Beispiel Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute oder auch Polizisten. Allzu oft werden ihre Dienste für selbstverständlich erachtet, bleibt ihnen die verdiente Anerkennung verwehrt oder sie werden sogar angefeindet.

Krankenhaus Personal, Ärzte rennen über einen Flur im Krankenhaus, Stockfoto, lizenzfrei
© suedhang/Westend61

Hierzu gehören auch diejenigen, die überaus notwendige, aber gemeinhin als unangenehm oder zu riskant angesehene Aufgaben erfüllen: tonnenweise Müll wegfahren, Straßen reparieren, den Abwasserkanal unter der Stadt instandhalten oder auch mal eine alte Fliegerbombe entschärfen; die Aufzählung ließe sich lange fortführen… All diese Menschen tun jeden Tag aufs Neue einfach, was getan werden muss, damit wir alle sicher und angenehm leben können.

lizenzfreies Stockfoto, Arzt, der einen älteren Patienten im Rollstuhl betreut
© zerocreatives/Westend61

Die Bilderbotschaft: „Du bist nicht allein.“

Die vielen Facetten dieses Wirkens für andere ist ein weites und fruchtbares Feld für Fotografen. Denn Helfen und selbstloser Einsatz sind emotionsbeladene Themenbereiche. Gut komponierte Motive hierzu bedienen nicht nur unser Bedürfnis nach Vorbildern, an denen wir uns orientieren können; in der manchmal unübersichtlichen Komplexität des modernen Lebens geben sie uns auch ein sicheres Gefühl, das uns sagt: „Du bist nicht allein.“

Hubertus Stumpf

Hubertus Stumpf weiß als langjähriger Zeitungsredakteur, dass ein guter Text nur die halbe Miete ist, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen – genauso wichtig ist ein gutes Bild, das den Betrachter in den Text zieht. Der studierte Germanist ist ein Mann der schreibenden Zunft, beschäftigt er sich aber seit einiger Zeit auch verstärkt mit den Möglichkeiten der Digitalfotografie.