Weil Kreativität Freiheit braucht
In der Welt daheim: Andrea Fichtl betreut die Westend61-Kunden als „digital nomad“
Im Stockfoto-Geschäft geht es nicht nur um gute Fotos. Es geht auch darum, gemeinsam mit den Kunden ein stimmiges Bildkonzept zu finden. Darum legen wir bei Westend61 großen Wert auf individuelle, persönliche Betreuung. Auch das ist – genauso wie Fotografie an sich – ein kreativer Prozess. Und Kreativität braucht Freiheit. Eine Freiheit, die Andrea Fichtl von unserem Vertriebsteam als „digital nomad“ lebt: Seit etwa zwei Jahren arbeitet sie fast ausschließlich aus dem Ausland für uns, vorzugsweise aus Südostasien.


Jemand, der sich den Wind der weiten Welt um die Nase wehen lässt, passt gut ins Team von Westend61. Schließlich leben und arbeiten unsere Fotografinnen und Fotografen auch überall in Europa. Und gute Stockfotografie sollte bunt und inspirierend wie eine exotische Reise sein. Unser Business lebt davon immer wieder mal was Neues auszuprobieren. Trotzdem war es für beide Seiten ein spannendes Experiment, als wir vor etwa zwei Jahren mit Andrea vereinbarten, dass sie künftig aus dem Ausland für uns die Kunden betreuen wird. Seitdem beweist uns Andrea, dass Arbeit auch dann gut sein kann, wenn sie sich (fast) wie Urlaub anfühlt.
Tapetenwechsel als Lebenskonzept
„Ich war schon immer jemand, der immer wieder etwas Neues braucht. Solange ich denken kann, bin ich nie lange am selben Ort geblieben, obwohl ich den Großteil meines Lebens in München verbracht habe. Ich brauche einfach diese Grundaufgeregtheit des Reisens“, erzählt Andrea. Seit 2021 gehört die ausgebildete Kauffrau für Bürokommunikation zum Vertriebsteam von Westend61. Davor arbeitete die 43-Jährige sechs Jahre lang für einen anderen großen Stockfotoanbieter, nachdem sie elf Jahre lang im Projektmanagement bei einer Microsoft-Tochterfirma tätig war.
Tapetenwechsel als Lebenskonzept: „Nach maximal fünf Jahren bin ich von einer Wohnung in die nächste gezogen und habe irgendwann festgestellt, dass eine Nomadin in mir schlummert, die Freiheit und ständige Abwechslung braucht.“ Trotzdem war vor ein paar Jahren noch nicht absehbar, dass Andrea eines Tages die zwei Existenzformen einer deutschen Arbeitnehmerin und einer permanent Reisenden verbinden würde. Den Anstoß hierfür gab ein Sabbatical vor drei Jahren: Fünf Monate Vollzeitarbeit für halbes Gehalt, dann fünf Monate bezahlte Auszeit.
Viele Meilen und eine Selbsterkenntnis
„Diese fünf Monate haben mich geprägt“, sagt Andrea heute rückblickend. Sie nutzte die berufliche Pause für eine lange Asienreise, weil sie schon immer eine Affinität für diesen Kulturkreis hatte. Nepal, Bangkok, Vietnam, Laos, Kambodscha, Malaysia, Indonesien, Sumatra, Bali, Borneo, Australien, Neuseeland, Tahiti… Quirlige Städte, fremde Kulturen, Nächte im Dschungel, neue Erfahrungen, unzählige Begegnungen – Abenteuerlust und Fernweh stillen.


Nicht nur in Meilen gemessen ein weiter Weg; er führte Andrea auch zu einer wichtigen Selbsterkenntnis: „Ich habe gemerkt, wie gut dieser Lebensstil zu mir passt, denn ich brauche Veränderung und Weiterentwicklung“. Es waren nicht nur die freundliche Gelassenheit der Menschen in Asien, die neuen Freundschaften in aller Welt und die vielen starken Eindrücke. „Reisen verändert dich ja auch als Mensch“, sagt Andrea, „und es gibt dort nicht dieses ständige hektische Grundrauschen wie daheim.“ Dazu die Erkenntnis, dass man auch mit 14 Kilo Habseligkeiten nichts vermisst – und viel gewinnen kann!
Hat man einmal die Freiheit des Unterwegsseins in vollen Zügen inhaliert, kann der deutschen Alltag schwierig werden. Darum war für Andrea schon bald nach ihrer Rückkehr klar: Sie wollte künftig Reisen und Arbeiten verbinden.
Meeresrauschen ist einfach motivierend
Ihre Arbeitszeit hat Andrea in den Nachmittags- und frühen Abendstunden, was in Deutschland der Zeit von 8 bis 14 Uhr entspricht; die Zeitverschiebung ist also kein Problem. Arbeit – auch an einem Ort, an dem andere Urlaub machen – bleibt natürlich Arbeit. Aber sie fühlt sich einfach anders an, wenn man sie ausübt, wo es immer warm ist, vielleicht das Meer rauscht, die Sonne scheint und Vögel zwitschern. „Ich bin dann ganz anders motiviert“, hat Andrea festgestellt.
Aus Andreas Sabbatical-Vereinbarung mit Westend61 wurde also ein „Remote-Work“-Vertrag in Teilzeit. Arbeitsort: irgendwo in Südostasien. Ein Experiment für beide Seiten, das sich bewährt hat. „Seit ich die Möglichkeit habe, meinen Wohnort frei zu gestalten, haben sich meine Zahlen verbessert“, hat Andrea festgestellt. Schließlich ist das Generieren von Umsätzen im Vertrieb eine sehr messbare Tätigkeit. „Mein Umfeld entspannt mich und regt meine Kreativität an“.
Ein Schuss Exotik, der allen gut tut
Und auch die Kommunikation mit den Kunden – die meisten von ihnen sitzen in Deutschland – gewinnt durch die Betreuung aus der Ferne: „Die finden das oft sehr interessant, und wenn man dann ein bisschen erzählt, entsteht leichter eine persönliche Beziehung“, so Andrea. Sie ist froh, mit Westend61 einen Arbeitgeber gefunden zu haben, der die Zufriedenheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzt und ihr die Möglichkeit zum Arbeiten aus dem Ausland bietet: „So ein Vertrauen im beruflichen Umfeld ist etwas Wertvolles, aber leider auch Seltenes“.


Wenn Andrea also jetzt etwa neun von zwölf Monaten im Jahr unterwegs ist, lebt und arbeitet sie meist in Hotels – außerhalb der Tourismushochsaison oft die günstigste Unterkunft –, manchmal auch bei Freunden. Auch wenn sie inzwischen Auto und Apartment in München verkauft hat: Ganz hat sie ihre Zelte in Deutschland nicht abgebrochen. Von Dezember bis März schnuppert sie Heimatluft – bis sich wieder das Fernweh meldet.
Hier kannst du dich mit Andrea auf LinkedIn vernetzen: https://www.linkedin.com/in/andreafichtl/


