Die Magie der Vorstellungskraft: zu Besuch im Möglichkeitsraum

Jede Weiterentwicklung beginnt mit der Vorstellung, wie es sein könnte. Wenn wir die Zukunft gestalten und nicht nur auf Veränderungen reagieren wollen, müssen wir uns zunächst überlegen, wohin wir wollen, wie etwas sein könnte und sollte. Die menschliche Vorstellungskraft ist ein unerschöpflicher Ideenpool für Neuerungen. Statt Pessimismus angesichts von Herausforderungen brauchen wir kreative Energie. Nur so können wir beispielsweise als Menschheit den notwendigen Paradigmenwechsel hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft schaffen. Das bietet über die Sicherung unserer Lebensgrundlagen hinaus die Aussicht auf ein menschlicheres Miteinander mit mehr Lebensqualität. Es geht also darum uns „ein Bild zu machen“ von der Umsetzung unserer Wünsche für ein besseres Leben als Individuen und als Gesellschaft. Und damit sind wir wieder beim Thema Fotografie: Die Kraft von Visionen hat eine große Dynamik, die sich in ausdrucksstarken Bildern inszenieren lässt.

Stockfoto, lizenzfrei, Junge Geschäftsfrau, die eine Pause im Büro macht und auf dem Schreibtisch liegt

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Heute entstehen die Ideen für die Welt von morgen

Ein Kernbereich von Industriegesellschaften ist die Wirtschaft. Die Industrie produziert einen Großteil der schädlichen Treibhausgase, ist aber auch der Grundpfeiler unseres Wohlstandes. Hier ist also in besonderem Maß ein Umsteuern nötig, wollen wir dem ökologischen Raubbau ein Ende setzen. Die Unternehmer von morgen werden also nicht nur gute Ideen brauchen, wenn es um die Entwicklung neuer Produkte und profitabler Geschäftsmodelle geht; sie sind auch gefordert den Aspekt der Nachhaltigkeit zur Grundlage ihres Wirtschaftens zu machen. Sie können und müssen vorangehen bei der Umstellung zu einer umweltbewussteren Gesellschaft. Dazu braucht es die Bereitschaft nicht nur für das eigene Unternehmen Verantwortung zu übernehmen, sondern auch für die Allgemeinheit. Pioniergeist, Ideenreichtum und unternehmerischer Mut sind Voraussetzungen hierfür. Es gibt inzwischen viele Beispiel dafür, wie sich Nachhaltigkeit und Rentabilität durchaus miteinander vereinbaren lassen und wie so sogar ganz neue Geschäftsfelder entstehen können. Dieses Bild eines Unternehmers in seiner Firma von Kniel Synnatzschke bringt diese Grundhaltung gut zum Ausdruck: Hier steht kein Raubtierkapitalist, sondern ein sympathischer Typ, der Zuversicht, Kompetenz und Offenheit für neue Wege ausstrahlt.

Stockfoto, lizenzfrei, Visionen, Zukunft, Porträt eines erfolgreichen Unternehmers in seinem Unternehmen, Westend61
© Kniel Synnatzschke/Westend61

Traut euch zu träumen

Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass ein „Weiter so!“ keine Option für eine gelingende Zukunft sein kann. Wenn wir die Grundlagen für einen Wertwandel legen wollen, müssen wir bei unseren Kindern beginnen. Wir müssen sie in die Lage versetzen und ermutigen, ihren eigenen Weg zu gehen, und zwar nicht nur persönlich, sondern auch als Gesellschaft von morgen. Bildung und Erziehung spielen hierbei eine zentrale Rolle. So erhalten sie das Rüstzeug um in einer immer komplexer werdenden Welt nicht nur bestehen, sondern sie auch positiv weiterentwickeln zu können. Wir müssen Kindern die Freiräume geben, die sie zum Träumen brauchen, denn Träume sind der Nährboden für neue Ideen. Es darf weniger denn je das alleinige Ziel von Erziehung sein, junge Menschen für eine bestimmte, spezielle Aufgabe in der arbeitsteiligen Industriegesellschaft des Digitalzeitalters vorzubereiten. Es muss auch darum gehen, ihnen ein Bewusstsein für die Konsequenzen des eigenen Tuns (oder Unterlassens) zu vermitteln und sie zu kritischen und in größeren Zusammenhängen denkenden Menschen zu erziehen. Dazu gehört aber auch, dass sie zuerst einmal das sein dürfen, was sie sind: Kinder, die spielen wollen. Denn die spielerische Auseinandersetzung mit der Welt ist eine gute Voraussetzung, später den Herausforderungen der Zukunft kreativ begegnen zu können. Das Mädchen, das auf diesem Bild von Eva Blanco mit geschlossenen Augen in einem Raumanzug vor sich hinträumt, drückt diese Leichtigkeit und Offenheit aus und vermittelt die Botschaft „Traut Euch mal zu träumen!“

Stockfoto, lizenzfrei, Zukunft, Vision, Vorstellung, Lächelndes Mädchen im Raumanzug, das mit geschlossenen Augen zu Hause steht, Westend61, Träume
© Eva Blanco/Westend61

New Work als Innovations- und Achtsamkeitstreiber

Zuvor haben wir schon die Industrie angesprochen. Die Zukunft der Arbeit betrifft aber genauso alle anderen Bereiche der Wirtschaft, und zwar nicht nur, was ihre Organisation und Effizienz betrifft, sondern auch hinsichtlich des Platzes, den der Mensch darin einnimmt. Das Stichwort „New Work“ bezeichnet eine neue Arbeitskultur, die seit einigen Jahren in die Büros und Fabrikhallen einzieht. Das geht in manchen Bereichen, vor allem in der Kreativbranche, schneller als anderswo, aber der generelle Trend ist unübersehbar da. Die Digitalisierung mit all ihren Möglichkeiten hat die Arbeitswelt tiefgreifend umgestaltet, und dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Arbeitsverdichtung und -beschleunigung haben gleichzeitig zu neuen Belastungen für die Arbeitnehmer geführt; die steigende Zahl von psychischen Erkrankungen wegen beruflicher Überlastung spricht eine deutliche Sprache. Es geht also auch um die Frage, wie unser Arbeitsleben so gestaltet werden kann, dass wir in unserem Beruf unsere Fähigkeiten entfalten können ohne auszubrennen. Die Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern mehr Freiräume gewähren, damit sich Ideenreichtum, Innovationsgeist und Kreativität nicht nur in den Chefetagen, sondern auch auf den unteren Hierarchieebenen entfalten können. Wir brauchen eine Arbeitskultur, die im Idealfall den arbeitenden Menschen so glücklich und entspannt seinen beruflichen Aufgaben nachgehen lässt, wie es bei dieser jungen Dame offenbar der Fall ist. Auch dieses Bild stammt von Kniel Synnatzschke und es sendet die Message: „Arbeit kann, darf und soll sogar Spaß machen!“

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© Kniel Synnatzschke/Westend61

Bilder von Visionen machen Lust auf Zukunft

Zukunft entsteht in unseren Köpfen. Neues kann nur entstehen, wenn wir uns vorstellen können und wollen, wie es aussehen kann. Dem menschlichen Neuerungsdrang und Erfindergeist sind kaum Grenzen gesetzt. Die Bereitschaft Segel zu setzen und zu neuen Ufern aufzubrechen, ist ein urmenschlicher Drang, aber auch eine existenzielle Fähigkeit, ohne die wir noch heute in den Höhlen säßen (und zwar ohne Feuer). Er hat zu tun mit Neugier, Entdeckerfreude, Abenteuerlust und der Bereitschaft die Komfortzone des Gewohnten zu verlassen. Das macht Bilder von Visionen so spannend, denn sie machen Lust auf morgen!

Hubertus Stumpf

Hubertus Stumpf weiß als langjähriger Zeitungsredakteur, dass ein guter Text nur die halbe Miete ist, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen – genauso wichtig ist ein gutes Bild, das den Betrachter in den Text zieht. Der studierte Germanist ist ein Mann der schreibenden Zunft, beschäftigt er sich aber seit einiger Zeit auch verstärkt mit den Möglichkeiten der Digitalfotografie.