„Ich betrachte mich als lebenslang Lernende“: Fotografin Eva Blanco im Interview

Auf ihrem Weg in die Welt der lizenzfreien Bilder ist die Spanierin Eva Blanco in die Fußstapfen ihrer Fotografenkolleg*innen getreten. Denn deren Vorbild und Einfluss motivierten sie dazu sich ganz der Stockfotografie zu widmen. Diese gegenseitige Inspiration ist ein ganz wesentlicher Punkt bei Westend61. Denn wir sind davon überzeugt, dass der kontinuierliche und intensive Gedankenaustausch zwischen unserem Art Department und unseren Fotograf*innen unerlässlich für die Qualität unseres Portfolios ist. Genauso wichtig ist aber auch der Austausch der Fotograf*innen untereinander. Eva ist noch recht neu bei uns, aber sie bewies sehr schnell, wie gut sie in unsere Community passt. Es wird Zeit, sie hier einmal vorzustellen. Unsere spanische Community Managerin Alba Vitta hat sich ein wenig mit ihr unterhalten.

Spanien, Navarra, Junge Frau beim Wandern mit Hund in Bardenas Reales
Lizenzfreies Stockfoto
© EVA BLANCO/Westend61 

Hallo Eva, schön, dich heute zu sprechen. Dann fangen wir mal direkt an: wer ist eigentlich Eva Blanco?

Die schwerste Frage gleich zu Beginn. Es ist wirklich keine leichte Übung, sich selber zu beschreiben. Ich würde sagen, ich bin ein glücklicher Mensch, der das Privileg hat sich der Sache zu widmen, die ich am meisten liebe: der Fotografie.

Wann hast du begonnen zu fotografieren und wie kam das überhaupt?

Angefangen habe ich im Jahr 2015. Nach zehn Jahren Arbeit in der Tourismus-Branche merkte ich, dass ich damit nicht glücklich war. Es war an der Zeit mein Leben in vielerlei Hinsicht radikal zu ändern. Ich habe immer gerne Erinnerungsfotos mit meiner Familie und meinen Freunden gemacht. Dennoch habe ich nie über die Fotografie als Lebensweg nachgedacht, bis ich mich für ein Stipendium beworben habe. Als ich an der Schule angenommen wurde, wusste ich weder was ein RAW ist, noch hatte ich jemals irgendwas visuell bearbeitet. Es war eine unglaubliche Lernphase von Null an.

Lizenzfreie Bilder zum Thema Diversity

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Welche anderen fotografischen Ansätze verfolgst du außerhalb der Stockfotografie?

Als ich merkte, dass mir die Arbeit mit Menschen am meisten Spaß macht, wandte ich mich dem zu, was ich gerne als Social Photography bezeichne. Das waren vor allem Hochzeiten. Nach einiger Zeit lernte ich Stockfotografie kennen. Aufgrund des außerordentlichen Engagements, das die Social Photography erfordert, konnte ich dafür zunächst nicht so viel Zeit aufwenden, wie ich gebraucht hätte. Erst im vergangenen Jahr konnte ich endlich richtig in die Stock-Welt einsteigen. Ein Jahr später kann ich nun sagen, dass es inzwischen meine Haupteinnahmequelle ist, besonders seit der Pandemie. Ich versuche dennoch weiterhin an der Social Photography Fotografie festzuhalten indem ich sie mit meiner Stockfotografie kombiniere.

Junger Sportler bei einer Dehnungsübung im Stehen an der Wand
Lizenzfreies Stockfoto
© EVA BLANCO/Westend61

Welches ist dein fotografisches Lieblingsthema?

Menschen, vor allem Kinder. Sie sind eine absolute Herausforderung, aber zu 100 Prozent authentisch. Und Haustiere, jedes mit seinem Charakter und dieser bedingungslosen Liebe für „seine“ Menschen.

Mutter trägt kleinen Jungen auf der Straße im Freien stehend
Lizenzfreies Stockfoto
© EVA BLANCO/Westend61

Und was magst du weniger?

Alles, was mit Mode zu tun hat, also Fotos, auf denen die Kleidung oder die Accessoires mehr herausstechen als die Person. Dabei fühle ich einfach nichts.

Nenne uns ein Highlight deiner bisherigen Karriere.

Definitiv ein Fotoshooting, das bisher meine größte Herausforderung war. Es fand in einem Schwimmbad statt. Normalerweise scoute ich jede Location vor den Produktionen, aber das war hier nicht möglich. Zudem war es ein Unterwasser-Shooting, was für mich ein absolutes Novum war. Ich bin dann am Produktionstag extra früh zur Location gefahren und habe das Beste aus der Situation gemacht. Der Versuch, sich auf die Bewegungen des Models zu konzentrieren, den Atem anzuhalten und gute Fotos zu machen, war eine große Herausforderung. Aber das Verlassen der Komfortzone führt zu Ergebnissen und Erkenntnissen, die den Einsatz definitiv wert sind.

Mann läuft im Freien bei Sonnenschein
Lizenzfreies Stockfoto
© EVA BLANCO/Westend61

Was gefällt dir am meisten an der Arbeit einer Stockfotografin?

Die Vielseitigkeit meiner Arbeit, dass ich arbeiten kann, wie, wo und wann ich will, dass ich bei jeder Produktion andere Menschen treffe und immer auf der Suche nach neuen Locations bin. Es ist ein Job, bei dem man ständig die neuesten Trends kennen sollte.
Und natürlich ist es, wie bereits erwähnt, sehr aufregend, in jeder Session andere Menschen zu treffen, jeder mit einer anderen Geschichte.

Auch wenn es wahrscheinlich schwer ist diese Frage zu beantworten: Was sind deine Pläne für die Zeit nach Corona?

Ich möchte mich weiter verbessern und weiter lernen, denn ich betrachte mich als lebenslang Lernende. Ich möchte weiter Fotoshootings machen, wie ich sie noch nie gemacht habe. Ich möchte reisen. Und ich möchte immer wieder meine Komfortzone verlassen um mich weiterzuentwickeln.

In eine Decke gehülltes Mädchen, das lächelnd zu Hause am Fenster sitzt
Lizenzfreies Stockfoto
© EVA BLANCO/Westend61

Hast du einen Ratschlag für Fotograf*innen, die in die Produktion von lizenzfreien Bildern einsteigen wollen? Oder hast du eine Frage an diejenigen, die schon sehr erfahren sind?

Es braucht Beständigkeit, Anstrengung und harte Arbeit. Es ist nicht einfach, denn Wettbewerb und hoher Qualitätsanspruch können die Sache auch schwierig machen. Man muss sich zu 100 Prozent bewusst sein, dass diese Arbeit viel Ausdauer und auch Flexibilität erfordert. Aber so viel Zeitaufwand sie auch erfordert, so viele Vorteile bringt sie einem auch; vielleicht nicht kurzfristig, aber mittel- und langfristig.

Was hat dich motiviert, mit W61 zu arbeiten?

Ich verfolge die Arbeit von W61 schon lange, denn sie hat mir schon immer gefallen. Als ich mich entschloss, den Sprung von Microstock zu Macro zu machen, habe ich mehrere Kolleg*innen dort um Rat gefragt. Das Feedback war sehr gut, vor allem von Javi Sanchez, der mir auch bei der Bewerbung geholfen hat. Ich bin sehr dankbar für die Hilfe, die er mir gegeben hat.

Unter dem Label "Westend61" veröffentlichen wir Artikel im Blog, an denen mindestens zwei verschiedene Personen beteiligt waren. Denn guter Content ist ganz oft eine Sache von Teamwork - auf diese Gemeinschaftsproduktionen sind wir deswegen auch besonders stolz. Sollte jemand eine Frage zu diesen Artikeln haben, leiten wir diese natürlich an die entsprechenden Autoren oder Ansprechpartner weiter.