Vertikales Storytelling – warum Kommunikation hochformatige Stock-Fotos braucht
Gleichmal vorweg: Wir müssen vertikaler denken, denn wir konsumieren immer mehr hochformatigen Content! Das predigen Mediaagenturen bereits seit Jahren. Der Trend zum Hochformat ist ganz einfach Folge unseres intuitiven digitalen Nutzerverhaltens. Die Lücke zwischen der Nutzung mobiler Endgeräte und „klassischen“ Notebooks sowie Desktop PCs klafft mehr denn je.
Auch die Corona-Pandemie mit Quarantäneverordnungen und Home Office hat diese Entwicklung höchstens vorübergehend etwas ausgebremst. „On the go“ ist die bevorzugte Wahl, wenn es um den Content-Konsum geht. Kein Wunder also, dass digitaler Content immer immer stärker an seiner mobilen Benutzerfreundlichkeit gemessen wird. Die Horizontale ist stark angeknockt, durch weiter rasch voranschreitende Entwicklung der Technik, aber auch das Aufkommen von Plattformen wie TikTok oder Formaten wie Instagram-Reels.
Das Horizontale muss in das Vertikale
Smartphones werden nur noch selten um 90 Grad gedreht eingesetzt. Die Content-Dinosaurier des Horizontalformats wie Live-Sport oder Filme sind zwar Evergreens, aber vor allem in der Kommunikationsbranche wird zunehmend in hochformatige Platzierungen investiert. Wir müssen uns fragen, wird dort auch überall „vertikal gedacht“? Meist ist die Homepage die Basis der Außendarstellung. Klassische Websites sind aber nach wie vor im Querformat-Spektrum angelegt, eine vertikale mobile Ansicht wird häufig lediglich als notwendiges Add-On dazu gebucht.
Seit Einführung von Responsive Webdesigns in den 2010er-Jahren wurde die übergreifende Nutzbarkeit digitaler Inhalte auf mobilen und stationären Endgeräten verbessert. Aber spätestens beim Content verharren wir oft noch in horizontalen Denk- und Betrachtungsweisen. Ein Header bleibt zum Beispiel immer ein vertikales Bild und eignet sich somit nur bedingt für die Betrachtung auf mobilen Endgeräten. Denn solche Motive verlieren einfach auf kleineren Bildschirmen an Wirkung und schlussendlich an ihrer Mediapower.
Entsprechende Überlegungen müssen schon früher als bisher im Kreativprozess berücksichtigt werden. Bei der Entscheidung für das optimale Format stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: in welchem Format finde ich meine Zielgruppe? Was ist meine Kernbotschaft und wie kommuniziere ich sie? Wieviel Platz benötige ich für Headlines, Subtitles oder Störer? Erst auf Grundlage dieser Eckpunkte kann passgenauer und wirkungsstarker Content entstehen. Und wie eingangs erwähnt: Mehr „vertikal denken“.
Stockfotografie von oben nach unten
Aber mal halblang – wir wollen keineswegs das Querformat abschießen, denn unser Leben bewegt sich nun mal vorwiegend darin. Dadurch erscheint es uns auch natürlicher. Würden wir ständig auf Bäume klettern, wären wir bei der Perspektivwahl vielleicht ein Stückchen weiter 😉 Dennoch findet Storytelling hochformatig statt. In 9:16 zu denken ist sicherlich für viele Fotograf*innen noch etwas ungewohnt, aber der Wandel macht sich schon bemerkbar: In den vergangenen Jahren haben wir bei den Einsendungen eine zunehmende Zahl hochformatiger Bilder registriert. Natürlich haben auch wir uns angepasst: Die Option Hochformat gehört inzwischen fest zum Briefing für unsere Fotograf*innen. Denn unsere Bilder werden nicht nur als Hero-Shots, sondern auch vermehrt für das gesamte Storytelling von Unternehmen und Marken eingesetzt. Als Anregung widmen wir dem vertikalen Format heute eine ganze Pinnwand. Dazu auch gleich ein technischer Tipp zur Bildersuche bei Westend61: Wer ausschließlich nach Hochformatmotiven sucht, findet unter der Auswahl „Bildformate“ eine entsprechende Filterfunktion.











