Es begann mit dem Ja-Wort: Franci Leoncio und ihr Blick für ganz besondere Momente



© Franci Leoncio (Privat)
Werfen wir heute mal wieder einen Blick auf die andere Seite der Kamera – und sehen uns an, wie die Fotografinnen und Fotografen von Westend61 arbeiten. Wir stellen Euch Franci Leoncio aus Lindau am Bodensee vor, die über die Hochzeitsfotografie den Weg in die Stockfotografie und in unser Team fand. Bestimmt kein Zufall: schließlich geht es hier wie dort darum, unvergessliche Momente im Bild festzuhalten – starke Gefühle und besondere Augenblicke, die im Gedächtnis bleiben!
International, bunt und polyglott wie unser Business – das ist auch der Lebenslauf der Ungarin Franci Leoncio. In der Nähe von Budapest geboren, kam die 46-Jährige vor 23 Jahren nach Deutschland. Wie viele unserer Kreativen fand auch sie über Umwege zur professionellen Fotografie. Zuvor hatte die gelernte Bürokauffrau und Buchhalterin 13 Jahre lang in einem Sanitätshaus für orthopädische Schuhe gearbeitet. Und weil sie schon immer gern in der Welt unterwegs war und ist, war sie davor unter anderem auch zwei Jahre lang in einem Reisebüro auf Zypern tätig. Apropos Schuhe: Inzwischen ist sie sicher, mit der Fotografie ihren ganz persönlichen Schuh gefunden zu haben hat: Hier kann sie ihre kreative Ader ausleben und gleichzeitig ihren Lebensunterhalt verdienen.



© Westend61 / Franci Leoncio
Bevor sie vor zwei Jahren zum Team von Westend61 kam, war Franci schon mehrere Jahre vorwiegend als Hochzeitsfotografin in der Lindauer Gegend tätig. „Dabei habe ich früher überhaupt nicht fotografiert“, erzählt sie. Doch das änderte sich mit ihrer eigenen Hochzeit mit ihrem Partner aus Spanien. „Das war der Auslöser. Denn damals habe ich gemerkt, wieviel Spaß es machen kann, mit Bildern eine schöne Geschichte um diesen besonderen Tag herum zu erzählen und bleibende Erinnerungen zu schaffen.“
Was Franci da noch nicht wusste: Das Ja-Wort zu ihrem Mann sollte ihr auch die Tür zur professionellen Fotografie öffnen. Denn danach begann sie, anfangs noch aus Neugierde, selbst bei Trauungen im Bekanntenkreis zu fotografieren. „Zuerst war es eher ein Hobby, aber dann habe ich gemerkt, dass es gut läuft.“ Sie begann sich mit den technischen Grundlagen der Fotografie zu beschäftigen, bildete sich in Workshops weiter, experimentierte. Und in ihr wuchs der Wunsch Fotografie zum Hauptberuf zu machen.
Bald nach ihrem Start ins professionelle Fotobusiness kam die Corona-Pandemie – nicht nur, aber gerade in der Kreativbranche eine sehr schwierige Zeit; und auch für Franci eine erste und frühe Bewährungs- und Motivationsprobe. „Ich habe dann eben immer nur ein paar Fotos von der Trauung auf dem Standesamt gemacht“, erinnert sie sich. Doch es wurde besser: Viele Paare hatten während des Lockdowns ihre Hochzeitspläne verschoben, was zu einem Hochzeitsboom nach Ende der Pandemie führte – gut für Franci!


© Westend61 / Franci Leoncio
Fotos von Brautpaaren sind für manche Fotograf*innen ein „Brotjob“, der Umsatz bringt, während ihr Herzblut anderen Themen gehört. Nicht so für Franci, denn ihre berufliche Leidenschaft gehört vor allem den Bildern vom schönsten Tag im Leben, an dem zwei Menschen heiraten. „Ich bin auch heute noch aufgeregt wie am ersten Tag. Es sind immer wieder andere Menschen und andere Locations.“ Man braucht Fingerspitzengefühl, um ein Paar und seine Hochzeitsgäste ganz individuell und authentisch in Szene zu setzen. „Das Zwischenmenschliche ist dabei das Allerwichtigste“, weiß Franci.
Das setzt Planungsarbeit, aber auch Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen voraus. „Bei einer Hochzeit darf man als Fotografin nichts verpassen, also zum Beispiel den Ringwechsel.“ Das kann einen gewissen Druck erzeugen. Außerdem heiraten viele Menschen in der wärmeren Jahreszeit. „Das bedeutet für mich, dass ich den Großteil meines Jahreseinkommens in sechs Monaten verdienen muss“, so Franci. Darum entstand die Idee, wie viele andere Fotograf*innen ein zusätzliches Einkommen mit Stockfotografie zu generieren. Als Franci im Bekanntenkreis von ihren Plänen erzählte, runzelten manche die Stirn: „Und du glaubst wirklich, dass du davon leben kannst?“. Doch solche Bedenken spornten Franci nur an: „Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch. Und wenn mir jemand sagt, etwas ist unmöglich, dann möchte ich erst recht beweisen, dass es möglich ist“.
Gesagt, getan: „Ende 2022, Anfang 2023, bin ich über Kurse in den USA und in Spanien erstmals mit Stockfotografie in Berührung gekommen“, erinnert sich Franci. Sie begann nach und nach Stockfotoagenturen mit Content zu beliefern. Dabei hörte sie von Westend61. „Mich hat der hohe Qualitätsanspruch von Westend61 angesprochen, und für mich war klar: Da möchte ich unbedingt rein“.



© Westend61 / Franci Leoncio
„Klasse statt Masse“: Das ist es eben, was nicht nur unsere Kund*innen mögen, sondern auch unsere Foto-Community. Und auch wir lernten schnell die frischen, echten Bilder von Franci zu schätzen, mit der wir nun seit etwa zwei Jahren zusammenarbeiten. Ihre Motive bei uns kommen hauptsächlich aus den Bereichen „Business“ sowie „People & Lifestyle“. „Am Anfang hatte ich vor allem Models aus Familie und Freundeskreis, doch inzwischen engagiere ich auch Profi-Models“, erzählt Franci. Die Kontakte entstehen oft über Instagram und durch den Austausch mit anderen Fotograf*innen, mit denen Franci inzwischen gut vernetzt ist.
Die Locations für ihre Shootings sucht sich Franci auch im Ausland. Thailand, Australien, Mexiko, Spanien, Japan… Denn auch Reisen gehört zu ihren Leidenschaften: „Das ist eine wichtige Ideenquelle für mich“, sagt sie. Manchmal sind sie und ihr Ehemann mehrere Monate unterwegs; Auszeit in der Ferne und Geldverdienen mit Fotografie gehen dann oft Hand in Hand.
Stockfotografie für Westend61 ist für Franci nicht nur ein Hinzuverdienst, sondern auch Inspiration: „Ich schätze es sehr, dass ich als Fotografin hier gut betreut werde. Man kann Fragen stellen, bekommt ein Feedback und Anregungen. Das ist extrem hilfreich, weil man viel dabei lernt und sich weiterentwickeln kann“, hat sie festgestellt und fügt an: „Was Westend61 wirklich ausmacht, ist die persönliche Betreuung und Unterstützung – das motiviert sehr!“
Das freut uns sehr zu hören! Inspiration ist schließlich keine Einbahnstraße – auch wir sind auf den Ideenreichtum und die Experimentierfreude der Frauen und Männer an der Kamera angewiesen, um immer am Puls der Zeit bleiben zu können. Wenn wir uns gegenseitig helfen, uns miteinander weiterzuentwickeln, profitieren am Ende alle davon.




© Westend61 / Franci Leoncio
Nach zwei Jahren im Stockfotogeschäft hat Franci festgestellt, dass auch ihre Hochzeitfotografie durch ihre Arbeit als Stockfotografin gewinnt: „Da kann ich viele neue Ideen übertragen“ – zum Beispiel eine neue Perspektive, eine neue Brennweite, ein anderes Objektiv. „Und ich habe viel über den Einsatz von künstlichen Lichtquellen gelernt“, so Franci. Umgekehrt hat ihre Erfahrung als Hochzeitsfotografin sie gelehrt, eine entspannte, unverkrampfte Atmosphäre mit den Brautpaaren zu schaffen, damit die Menschen unverstellt vor der Kamera agieren – auch im Umgang mit Profimodels bei Stockfoto-Shootings eine wichtige Fähigkeit.
Denn letzten Endes geht es bei aller motivischen Vielfalt immer um eins: Authentizität! Das gilt umso mehr angesichts des gegenwärtigen KI-Hypes. Den sieht Franci Leoncio zwar als Herausforderung, aber keineswegs nur als Bedrohung für Anbieter von hochqualitativer Stockfotografie. Denn auch sie hat eine zunehmende Gegenreaktion auf die steril-maskenhaften Gesichter in vielen KI-Fotos registriert: Es wächst wieder der Wunsch nach dem gewissen menschlichen Etwas in der Fotografie: „Echte Momente und Gefühle werden wieder gefragter. Und die kann keine KI simulieren.“


