Wie eine kleine Bilderreise nach Portugal
Alexandra Ribeiro ist eine Lifestyle-Fotografin aus Lissabon, Portugal. Für uns ist sie eine Botschafterin der natürlichen Vielfalt und Schönheit, die ihr Land ausmachen. Denn wenn wir ihre Bilder betrachten, fühlen wir uns nach Lissabon oder Porto an einem schönen Sommertag versetzt, eine frische Brise inklusive. Wir haben mit Alexandra über ihre Inspirationen und ihren kreativen Prozess gesprochen und freuen uns sehr, sie hier vorstellen zu können.

Hallo Alexandra, lass uns einen kleinen Elevator Pitch machen: Kannst du in zwei Sätzen sagen, wer du als Person und wer du als Fotografin bist?
Ich bin eine eher schüchterne, introvertierte Person, die aber ständig daran arbeitet, aus ihrer Komfortzone herauszutreten. Trotzdem liebe ich es Fotografin zu sein. Ich mag es bei Fotoshootings mit Menschen zu plaudern und sie besser kennenzulernen. Meine Kamera ist mein ständiger Begleiter. Ich bin einfach gerne draußen, um Bilder von Menschen, der Natur oder kleinsten Details in Städten zu machen.
Die Frage für alle, die gerade beginnen sich mit Stockfotografie auseinanderzusetzen: Wie bist du zur Stockfotografie gekommen?
Ehrlich gesagt war das ein Zufall. Es gab mal eine Homepage, auf der eine bekannte Bildagentur nach Fotos suchte. Die meisten Inhalte dort waren sehr nah am echten Leben. Da konnte man persönliche Einblicke finden, Familien und Freunde und keine gestellten Situationen. Ich habe also dort Bilder hochgeladen und die besagte Agentur hat mir ein Angebot gemacht. So fing es an. Einige Zeit später wollte ich mich weiterentwickeln und war auf der Suche nach Grundsätzen, die mir persönlich wichtig sind. Das war der Beginn meiner Zusammenarbeit mit Westend61.
Das macht uns neugierig. Was sind deine Prinzipien?
Ich war auf der Suche nach einer Agentur, die den Fotografen gegenüber fair ist, in der Unterstützung und Teamarbeit wichtig sind und wo das Geschäftsmodell transparent ist. Damit ich meine Arbeit gut machen kann, brauche ich ein Umfeld, in dem ich weiß, dass man Antworten für meine Fragen hat und ich mich nicht alleingelassen fühle.

Das freut uns wirklich sehr. Wir sind auch sehr froh, dass du bei uns bist. Wenn wir uns deine Bilder ansehen, sehen wir Portugal als einen Ort voller Vielfalt und Abwechslung. Sie strahlen eine Atmosphäre aus, die einem das Gefühl gibt, man sei mittendrin. Welchen Einfluss haben das Land und seine Kultur auf deine Fotografie?
Portugal ist zwar ein kleines Land, hat aber eine sehr vielfältige Landschaft und Kultur. So sind auch die Menschen und bei jeder Reise erlebe ich etwas Neues. Ich kann von mir sagen, dass ich fast das gesamte portugiesische Festland und auch einen großen Teil der Inseln bereist habe. Ich lasse mich vor allem vom Licht, von den Farben, von den Menschen und von den Geschmäckern inspirieren. All das führt zu den farbenfrohen, manchmal verträumten Bildern in meinem Portfolio.

Kannst du uns dein Lieblingsbild aus deinem Portfolio nennen?
Ha, das ist sehr schwer! Ich kann nicht einen meiner Söhne mehr lieben als den anderen. Darum ist es auch schwer ein Lieblingsfoto auszuwählen, denn die Arbeit an allen hat mir Spaß gemacht. Denn ich habe dabei so viele verschiedene Menschen kennengelernt, unter unterschiedlichen Bedingungen fotografiert, Herausforderungen gemeistert und von all diesen Aufnahmen etwas gelernt.
Wenn ich mir also eines meiner Fotos ansehe, sehe ich nicht nur das fertige Bild. Ich erinnere mich, anders als die Betrachter, an die komplette Geschichte dahinter. So wird jedes Foto zu einer lebendigen und schönen Erinnerung an Momente, für die ich dankbar bin.
Ok, wir nehmen das als Antwort und möchten hinzufügen, wie schön wir diese Perspektive finden. Weiter geht‘s: In deinen Bildern finden wir viele verschiedene Models. Wie kommst du mit ihnen in Kontakt und wie entscheidest du, wen du als Model haben möchtest?
Heutzutage sind die meisten meiner Models Freunde. Einige sind Freunde von Freunden und so weiter. Eigentlich kommt der Kontakt immer über Menschen zustande, weil jemand meine Fotoshootings empfiehlt oder ein Fotoshooting von Freunden gesehen hat, das ihm gefallen hat und er nun mitmachen möchte. Von dort aus plane ich dann alles. Wenn möglich, versuche ich immer, ein Hobby oder eine Aktivität einzubauen, die das Model bereits ausübt. So entsteht Mühelosigkeit in den Bildern. Ich habe viele Ideen für Situationen und Motive, die ich gerne fotografieren würde. Wenn dann jemand die benötigten Fähigkeiten mitbringt, dann setzen wir das gemeinsam in die Tat um.

Gibt es ein Bild, das du schon immer einmal machen wolltest?
Bei den meisten meiner Fotos handelt es sich um Situationen aus dem wirklichen Leben, mit natürlichem Licht und der Kleidung, die meine Models auch sonst tragen. Viele von ihnen sind im Freien entstanden. Ich schaue mir auch immer gerne die Fotos anderer Fotograf:innen an, die mit besonderer (farbiger) Beleuchtung im Studio oder mit unterschiedlicher Kleidung/Requisiten in der Natur oder in der Stadt produziert wurden. Ich mag zum Beispiel die Bilder aus der VISTA-Kollektion sehr. Ich muss mir noch ein paar Gedanken dazu machen und möchte dann auch mal so ein Shooting umsetzen.
Welchen Rat würdest du jungen Fotograf:innen mitgeben, die gerade mit der Stockfotografie beginnen?
Legt einfach los und bleibt dann dran. Es gibt definitiv eine Lernkurve, also lasst euch nicht davon abschrecken, dass Fotos auch mal abgelehnt werden. Es braucht etwas Geduld, bis die ersten Verkäufe und somit auch das erste Geld kommen.
Von welche/n Fotograf:in aus unserer Community fühlst du dich inspiriert?
Ich schaue mir gerne Tania Cervians Bilder an. Ich finde es großartig, wie sie mit Farben, Licht und Schatten spielt und wie stimmungsvoll einige Models aussehen.
Da stimmen wir zu. Vielen Dank, liebe Alexandra, für dieses schöne Interview. Wir haben vieles über dich erfahren und freuen uns auf viele weitere großartige Bilder von dir.









