FOTOGRAFIE VOM FEINSTEN: Mareen Fischinger

Die Fotografinnen und Fotografen von Westend61 leben und arbeiten nicht nur an den unterschiedlichsten Orten. Sie alle haben auch ihre individuelle fotografische „Handschrift“. Und ebenso vielgestaltig sind ihre Lebensläufe. Quereinsteiger und Autodidakten stehen neben Kreativen, die das fotografische Handwerk von der Pike auf gelernt haben und schon von Jugend an im Geschäft sind. In zweitere Kategorie gehört Mareen Fischinger aus Köln. Die Arbeiten der studierten Kommunikationsdesignerin und Werbefotografin sind seit 20 Jahren eine feste Größe im Portfolio von Westend61.

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Frisch, unverstellt, echt, mitten aus dem prallen Leben: Diese Attribute fallen einem ein, wenn man sich Mareens Bilder ansieht. Ganz egal, ob der Kunde eine Medizintechnikfirma, eine Bank, eine Versicherung, ein Hotel oder ein mittelständisches Unternehmen ist. Mit diesen Eigenschaften passen die Bilder von Mareen gut ins Portfolio von Westend61. Denn wir suchen Fotos mit dem gewissen Etwas: individuell statt austauschbar, emotional statt stereotyp, authentisch statt gekünstelt, echte Menschen statt KI-generierte Masken – einfach sympathisch und darum interessant.

„Ein Fotoshooting muss wie eine Party sein“

Das verlangt nicht nur solides fotografisches Können, sondern auch menschliches Einfühlungsvermögen – und zwar sowohl, was die Ziele und Bedürfnisse der Kunden angeht, als auch beim Umgang mit den Models. „Ein Fotoshooting muss wie eine Party sein“, sagt Mareen und fügt hinzu: „Das Foto soll dann so aussehen, dass meine Kunden das Gefühl haben sie seien Teil der dargestellten Szene.“

© Links, Mitte, Rechts: privat

Die Liebe zur Fotografie wurde Mareen sozusagen in die Wiege gelegt. Und zwar maßgeblich von ihrem Vater, der damals noch analog fotografierte, sie anleitete und förderte. „Das war in meinem Elternhaus noch so richtig mit Dunkelkammer und roter Lampe“, erinnert sie sich. So hatte sie schon ein solides fotografisches Grundwissen, als sie im Jahr 2000 mit 16 Jahren als Austauschschülerin an eine High-School in Dallas/Texas kam. Der Fotografiekurs, den sie dort unter anderem belegte, stand vor dem Aus, als der Lehrer erkrankte. Kurzerhand sprang Mareen für ihn ein, damit der Kurs zu Ende geführt werden konnte. „Das war auch deshalb spannend, weil das noch in der Anfangszeit der Digitalkameras war“, erinnert sie sich.

Für ein gutes Foto braucht es mehr als eine gute Kamera und technisches Knowhow. Genauso wichtig sind kreatives Gespür und ästhetisches Empfinden. Mareens Studium als Kommunikationsdesignerin in Düsseldorf schärfte ihren Blick für diese Aspekte des Fotobusiness. Die Mitarbeit in einer Werbeagentur half ihr dabei, ein Fotoprojekt nicht nur durch den Sucher der Kamera, sondern auch durch die Brille des Kunden zu betrachten, um die bestmögliche Bildbotschaft für eine bestimmte Zielgruppe zu entwickeln.

Geklaute Bilder ziehen nicht als Markenbotschaft

Glaubwürdigkeit und Authentizität sind dabei ausschlaggebend. Manchmal sind es bewusst eingesetzte, kleine Elemente des Unvollkommenen, die ein Motiv, besonders eine Person unverwechselbar machen und Echtheit signalisieren. „Darum retuschiere ich – auch bei Beautyfotos– inzwischen weniger als früher“, erklärt Mareen. Dieser Trend ist nicht ganz neu, hat sich aber mit der stetig anschwellenden Flut KI-generierter Bilder verstärkt: So kann man sich positiv abheben von der weichgespülten Einheitlichkeit, die KI-Bilder oft ausstrahlen. 

Der KI-Hype ist eine große Herausforderung für die Fotobranche. Doch er bietet auch Chancen, und Mareen hat KI-Elemente in ihr kreatives Konzept integriert: Sie kombiniert teilweise KI-generierte Bildbestandteile aus realen Orten, Objekten und Personen. „Und dafür engagiere ich dann auch echte Models, die dafür auch Geld bekommen“, erklärt sie. Wesentlicher Unterschied zu reiner KI: Mareen „füttert“ das System nur mit Motiven aus ihrem eigenen Portfolio, Elementen vom Kunden und KI-Twins von echten Modellen; das bedeutet, dass im Endergebnis die wesentliche gestalterische Leistung von ihr kommt und nicht irgendwo im Internet abgefischt wurde. Sie nennt dieses Konzept „Synthografie“, „synthetische Fotografie“, und siedelt es eher unter Fotodesign an.

© Links, Mitte, Rechts: Westend61 / Mareen Fischinger

Auch beim Brainstorming für neue Shootingideen nutzt Mareen KI, „aber höchstens als Hilfsmittel vor dem ersten Bild, um nichts zu vergessen.“ Dennoch sieht auch sie das Überhandnehmen künstlich generierter Bilder kritisch. „Ich glaube, dass die meisten Kunden für ihre Markenbotschaft nicht unbedingt ein geklautes Bild haben wollen“, ist sie überzeugt. Ganz zu schweigen von den ökologischen Aspekten: „KI benötigt riesige Rechenzentren mit gewaltigem Energiebedarf; erst recht, bis man beim gewünschten Ergebnis ist. Nachhaltig ist das jedenfalls nicht.“

Und wirklich preisgünstig oft auch nicht: Mareens Erfahrung zeigt, dass Kunden oft am falschen Ende sparen, wenn sie zunächst einem vermeintlich günstigeren KI-Bild den Vorzug geben – nur um dann feststellen zu müssen, dass die gewünschte Werbewirkung wegen fehlender Authentizität ausbleibt. Die Folge: reumütige Rückkehr zu echter, professioneller, hochwertiger und menschengemachter Fotografie, deren Qualität eben ihren Preis hat. „Ich wünsche mir, dass die Kunden verstehen, dass gute Fotografie nicht billiger wird“, sagt Mareen.

„Hier bin ich nicht nur eine Nummer“

Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist Mareen wichtig. Darum engagiert sie sich im Vorstand des BFF – Berufverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. Ganz klar, dass auch dort KI ein großes Thema ist. „Wir wollen dort eine Gruppe gründen, die die Möglichkeiten, aber vor allem Grenzen von KI in der Fotografie definiert“, kündigt sie an. Im Mittelpunkt steht die Frage „Wieviel KI ist noch akzeptabel?“ Für Mareen ist die Antwort klar: „Ein reines Prompting-Generat jedenfalls in keinem Fall, weil keine Eigenleistung mehr dazugehört.“

Das sehen wir bei Westend61 genauso. In unserer bunten Fotocommunity ist Mareen Fischinger inzwischen eine langjährige Gefährtin und geschätzte Partnerin, die uns bereits seit unseren Anfangsjahren begleitet. Und man kann wohl sagen, dass diese Wertschätzung auf Gegenseitigkeit beruht. Bevor Mareen in ihren frühen Zwanzigern zu unserem Team stieß, hatte sie unter anderem Erfahrungen mit einem großen US-Anbieter von Stockfotografie gesammelt. Sie erlebte dort den rapiden Preisverfall und die oft unpersönliche Arbeitsatmosphäre in einem riesigen Unternehmen.

Gerade vor dem Hintergrund solcher Erfahrungen schätzt Mareen das Arbeitsklima bei Westend61: „Ich habe hier feste Ansprechpartner. Ich habe meinen eigenen Art Direktor und kann mich darauf verlassen, dass ich mit dem Menschen, der meine Einsendung bearbeitet, direkt in Kontakt treten kann. Ich bekomme Rückmeldung, Wertschätzung und Inspiration für meine Arbeit – hier bin ich nicht nur eine Nummer.“

Die Homepage von Mareen : www.mareenfischinger.com

Die Bilder von Mareen bei Westend61: hier klicken

Unter dem Label "Westend61" veröffentlichen wir Artikel im Blog, an denen mindestens zwei verschiedene Personen beteiligt waren. Denn guter Content ist ganz oft eine Sache von Teamwork - auf diese Gemeinschaftsproduktionen sind wir deswegen auch besonders stolz. Sollte jemand eine Frage zu diesen Artikeln haben, leiten wir diese natürlich an die entsprechenden Autoren oder Ansprechpartner weiter.