Kürzlich haben wir an dieser Stelle den neuen Trend „Playfulness“ behandelt und am Schluss des Beitrags bereits den Bogen zum Thema Fotografie geschlagen. Sehen wir uns heute also einmal etwas genauer an, wie die neue Verspieltheit auch in der Bildgestaltung zum Ausdruck kommt. Denn die professionelle Fotografie kann man durchaus – wie andere kreative Branchen auch – als Vorreiter in Sachen „Playfulness“ bezeichnen, ist doch hier das gekonnte Spiel mit Licht und Schatten, Zeit und Blende, Perspektiven und Linien unabdingbare Voraussetzung für das Entstehen eines guten Endprodukts, sprich Fotos.

Spielerische Motive sollen eine gewisse Leichtigkeit auch im Herangehen an ernsthafte Aufgaben vermitteln. Und welches Element eignet sich dafür besser als die Luft, die wir nicht nur ganz existenziell und lebensnotwendig zum Atmen brauchen, sondern die uns auch im übertragenen Sinne Spielraum für schöpferische Gedanken verschafft? Zwar lässt sich die Luft nicht selbst aufs Bild bannen, aber sie lässt sich darstellen, indem der Fotograf Dinge durch den Raum schweben lässt und damit den Eindruck von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit vermittelt. Es können fröhlich durch die Luft gepustete Schaumflocken in der Badewanne sein;

© RAINER BERG/Westend61

Menschen, die ausgelassen in die Luft springen und damit für einen kurzen Moment das Gesetz der Schwerkraft aufheben;

© UWE UMSTÄTTER/Westend61

hochgeworfene farbige Papierschnipsel;

© KNIEL SYNNATZSCHKE/Westend61

eine kühle Brise aus dem Ventilator an einem heißen Tag, die nicht nur für Erfrischung, sondern vielleicht auch für neue Ideen sorgt,

© KNIEL SYNNATZSCHKE/Westend61

und natürlich auch Luftballons in allen Variationen, die in uns den Wunsch wecken, es ihnen gleichzutun und mal kurz irgendwohin zu entschweben.

© JOSEFFSON/Westend61

Einen besonderen Akzent setzen „luftige“ Motive, wenn sie im Kontext mit einem beruflichen Umfeld auftauchen, das man üblicherweise eher mit Ernsthaftigkeit denn Verspieltheit assoziiert: Also zum Beispiel der konzentriert dreinblickende Geschäftsmann mittleren Alters, der sich ein rosafarbenes aufblasbares Schwimmtier umgehängt hat, obwohl weit und breit kein Wasser in Sicht ist:

© KNIEL SYNNATZSCHKE/Westend61

Auf diese Weise entsteht nicht nur ein interessanter Blickfang, sondern als Dreingabe auch noch ein komischer Effekt beim Betrachter. Taucht dann dieses bunte Planschtier gar noch in der streng-nüchternen Atmosphäre eines modernen Büros auf,

© KNIEL SYNNATZSCHKE/Westend61

ist dies nicht nur ein optischer Farbtupfer: Ein mit Urlaubsgefühlen besetzter Gegenstand in einer Umgebung, die eindeutig dem beruflichen Umfeld zuzuordnen ist, lässt den Betrachter rätseln, was denn hier wohl gerade passiert und erzeugt damit eine gewisse Spannung.

Eine bildliche Vermengung der Themenfelder „Arbeit“ und „Urlaub“ illustriert, wie sich in manchen Branchen die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit zunehmend auflösen. Das hängt natürlich in erster Linie mit der digitalen Revolution zusammen, der neben allen ökonomischen Möglichkeiten auch ein starkes spielerisches Element innewohnt: Der gleiche PC, mit dem ich meine berufliche Arbeit erledige und mein Geld verdiene, kann ebenso für kreative und entspannende Freizeitaktivitäten aller Art genutzt werden.

© RAINER BERG/Westend61

Kein Wunder also, dass die vielen Geräte und Gadgets des digitalen Zeitalters oft in spielerischen Fotomotiven auftauchen. Auch hier ergeben sich ungezählte pfiffige Gestaltungsmöglichkeiten, etwa wenn eine VR-Brille mit einem Schnorchel kombiniert wird:

© KNIEL SYNNATZSCHKE/Westend61

Ein Gegenstand aus dem Bereich „virtual reality“ wird mit einem nostalgisch anmutenden Urlaubsutensil aus Kindertagen gekoppelt und signalisiert: „Abtauchen zur gedanklichen Entdeckungsreise unter der Oberfläche, Auftauchen mit neuen Ideen.“

Gestalterisch lassen sich Licht und Linien ebenfalls gut einsetzen, um „Playfulness“ in Szene zu setzen. Ein gutes Beispiel, wie sich diese Gestaltungsmittel gekonnt mit dem Aspekt „Luft und Leichtigkeit“ kombinieren lassen, ist das Bild dieses jungen Glückpilzes:

© UWE UMSTÄTTER/Westend61

Die strengen geraden Linien von Mittelstreifen und Brückengeländer werden aufgebrochen durch den asymmetrischen Schlagschatten des springenden Luftikus‘. So entsteht Spannung durch die Gegensätze „hell/dunkel“ und „linear/unregelmäßig“.

Wenn wir an „Spiel“ denken, haben wir oft die Vorstellung von scheinbar sinnfreier, weil nicht auf einen bestimmten Zweck gerichteter Tätigkeit, die einzig von der Freude an der augenblicklichen Aktion motiviert ist. Dabei erwerben wir – wie auch Tierkinder – im Spiel die Fähigkeiten, die uns erst in die Lage versetzen im Ernst des Lebens zu bestehen. Was dem dreijährigen Hosenmatz seine Bauklötze oder sein Bobbycar sind, ist für viele Erwachsene der Sport. Längst hat sich sogar in deutschen Chefetagen die Erkenntnis durchgesetzt, dass körperliche Bewegung nicht nur sinnvoller Ausgleich zum Berufsstress ist und somit für zufriedenere und gesündere Mitarbeiter sorgt, sondern auch die Produktivität erhöhen kann: Sport macht nicht nur Spaß, sondern auch fit für den Job. Denn wenn der Schweiß fließt und das Herz schneller pumpt, kommen auch die grauen Zellen auf Trab, und manch gute neue Idee entsteht bei einer kurzen Aktiv-Pause während der Arbeitszeit.

In vielen Unternehmen gibt es deshalb inzwischen Fitnessangebote unterschiedlichster Art: vom muskelstählenden Workout

© JOSEFFSON/Westend61

über den guten alten Kickerkasten

© ZELJKO DANGUBIC/Westend61

bis hin zu Minigolfbahn oder Billardtisch neben dem Schreibtisch,

© PETER SCHOLL/Westend61

um nur einige zu nennen. Auch hier halten also ursprünglich dem Freizeitbereich vorbehaltene Tätigkeiten Einzug in die Berufswelt. Das Themenfeld „Fit für den Job“ eröffnet dem Fotografen eine bunt blühende Spielwiese mit ungezählten Variationsmöglichkeiten, denn durch das aus der reinen Sportfotografie entlehnte Element körperlicher Aktion werden Motive aus der Berufswelt nicht nur interessanter, sonder auch viel dynamischer.

Man sieht also: Es wird nie langweilig und kann immer wieder neu erlebt werden, das grenzenlose Spiel mit Zeit und Blende, Licht und Schatten. Wer eine kleinen virtuellen Ausflug durch das Angebot von Westend61 unternimmt, der könnte ewig so weiter surfen auf dieser bunten Bilderflut. Probiert es einfach aus. Die passenden Bilder findet ihr in der Playfulness Lightbox.