Wie wir heute arbeiten und warum „New Work“ viel mehr als ein cooles Büro bedeutet

Die Digitalisierung hat die Arbeitswelt grundlegend verändert, und dieser Wandel wird sich weiter fortsetzen. Die weltweite Vernetzung hat nicht nur zahllose neue Geschäftsmodelle hervorgebracht, sondern auch starken Einfluss auf unsere Art zu arbeiten. Denn nicht nur die äußeren Arbeitsumgebungen und -bedingungen haben sich verändert, sondern auch der arbeitende Mensch und seine Einstellung. Der Begriff „New Work“ bezeichnet ein neues Verständnis von Arbeit in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung.

Stockfoto, lizenzfrei, New Work, Geschäftsfrau meditiert mit gefalteten Händen auf dem Schreibtisch am Arbeitsplatz
© Eugenio Marongiu/Westend61

Die späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre waren noch geprägt von der digitalen Gründergeneration und ihrer „Alles- ist-möglich“-Euphorie. Gearbeitet wurde oft noch in den alten Strukturen, aber mit sich immer schneller weiterentwickelnden technischen Neuerungen. Informationsflut, Arbeitsverdichtung und -beschleunigung sowie permanenter Wandel führten aber auch zu einem steigenden Stresspegel bei den Beschäftigten. Die Folge war eine Zunahme psychischer Erkrankungen aufgrund beruflicher Überlastung. Stockfotos zum Thema findest du hier. Die hohe Burn-out-Rate führten zu einem allmählichen Umdenken in vielen Unternehmen: Man begann den Mitarbeiter mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten nicht nur als Kostenfaktor, sondern auch als wertvollen Aktivposten zu sehen, mit dem man pfleglich umgehen muss, damit seine Arbeitskraft und -motivation lange erhalten bleibt.

Mehr Kreativität statt Druck und Zwang

Die Folge ist ein Trend zur Achtsamkeit im Berufsleben. Dazu gehört auch ein neues Verständnis von Mitarbeiterführung, das sich in flacheren Hierarchien ausdrückt. Ein moderner Führungsstil erlaubt erweiterte Spielräume für die Beschäftigten, in denen sie ihre Fähigkeiten entfalten und ihre Potenziale besser ausschöpfen können. Die Förderung von Kreativität tritt an die Stelle von Druck und Zwang. Zeitgemäße Führungskompetenz ist nicht mehr schlichtes Reindiktieren und Anordnen, sondern lebt auch Werte wie Empathie, Einfühlungsvermögen und Gespür für die Menschen in ihrer Vielfalt.

Stockfoto, lizenzfrei, New Work, Ein lächelnder Geschäftsmann gibt einem Kollegen am Arbeitsplatz einen Faustschlag

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Außerdem ist inzwischen ist die Generation der „Digital natives“ ins Berufsleben eingetreten und hat veränderte Vorstellungen und Erwartungen an Beruf und Karriere mitgebracht. Statt einem möglichst guten Gehalt und einer steilen Karriere wünschen sich viele junge Menschen lieber eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie eine Tätigkeit, die sie nicht nur ernährt, sondern ihnen auch ein Gefühl von Sinnhaftigkeit vermittelt.

Nachhaltigkeit wird zum Bewertungsmaßstab

Gleichzeitig legen viele Unternehmen den Fokus ihrer Firmenphilosophie auf Nachhaltigkeit und Verantwortung. Man reagiert damit auf ein zunehmend kritischeres Verbraucherbewusstsein: Der Käufer von heute möchte nicht nur einfach als „Verbraucher“, sondern als Persönlichkeit mit Bedürfnissen wahrgenommen werden, die über die Erfüllung reiner materieller Konsumwünsche hinausgehen. Unternehmerisch verantwortliches Handeln ist nicht nur ökologisch dringend geboten, sondern wird immer mehr zum Bewertungsmaßstab für das öffentliche Image von Firmen und ist damit eine wichtige

Stockfoto, new work, lizenzfrei, Glücklicher Freiberufler mit Laptop im Zelt am Strand an einem sonnigen Tag

Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Denn Lösungsansätze für globale Probleme wie etwa den Klimawandel und der Verkauf von Produkten mit einer sozialen und nachhaltigen Mission können auch profitabel sein. Zielstrebigkeit und wirtschaftlicher Erfolg bleiben weiterhin zentrale Werte unternehmerischen Handelns, aber eben nicht um jeden Preis und auf Kosten von Verantwortung, Transparenz und Fairness, sondern im Einklang damit.

Der Wunsch nach Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns hat sich bei vielen Menschen durch die Erfahrung der Corona-Krise noch verstärkt. Gleichzeitig wurde in dieser Situation die Verletzlichkeit der der globalisierten Wirtschaftskreisläufe sichtbar. Es wurde beispielsweise anhand gekappter Lieferketten deutlich, wie weit die Menschheit inzwischen auf weltweit vernetzte Strukturen angewiesen ist.
Gleichzeitig wirkten die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen aber auch als Treiber für die vielen Möglichkeiten digitalen Arbeitens. Homeoffice, bis dahin gerade in Deutschland und außerhalb der IT-Branche eher noch unterentwickelt, wurde unter dem Zwang der Ereignisse flächendeckend erprobt und „gesellschaftsfähig“. Das wurde auch höchste Zeit, denn längst ermöglicht die digitale Vernetzung in vielen Branchen das Arbeiten von fast jedem Ort der Welt aus, Internetzugang vorausgesetzt. Die Arbeit von heute muss also nicht mehr unbedingt in einem Büro stattfinden. Auch im produzierenden Gewerbe laufen unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ tiefgreifende Veränderungen. Die Automatisierung geht weiter, und Roboter, die den Menschen anstrengende oder unangenehme Tätigkeiten abnehmen können, sind längst keine Zukunftsvision mehr. Der klassische „Nine-to-five-Job“ wird gerade in höher qualifizierten Tätigkeitsbereichen zunehmend abgelöst von flexiblen Arbeitszeitmodellen, früher klare Grenzen zwischen Beruf und Freizeit lösen sich auf.

Flexibel auf Krisen reagieren können

Der Mensch und seine Strukturen profitieren nicht nur von den nahezu grenzenlosen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters; sie sind dadurch auch neuen Belastungen und Risiken ausgesetzt. Widerstandskraft gegenüber Krisen und Störungen wird wichtiger in einer Welt, in der manchmal eine schlechte Nachricht die nächste zu jagen scheint, und in der sich alles ständig zu ändern scheint. Das gilt sowohl für das Individuum als auch für die von den Menschen erdachten Ordnungen. Und es gilt ganz besonders in der Welt der „New Work“, in der neue Arbeitsformen entstehen und strukturelle Veränderungen stattfinden, die die Mitarbeiter vor große Herausforderungen stellen.

stockfoto, lizenzfrei, Männlicher Unternehmer arbeitet am Laptop im Wohnzimmer während der Pandemie, New Work
© Maskot/Westend61

Die Psychologie hat für diese elastische Krisenreaktionsfähigkeit den Begriff der Resilienz geprägt. Dieser Terminus bezeichnet einen weiteren wichtigen Trend unserer Zeit. Für die Mitarbeiter bedeutet das, dass sie mit den Belastungen der modernen Arbeitswelt so umzugehen lernen, dass sie ihre seelische und körperliche Gesundheit erhalten. Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns und die Stärkung der Selbstverantwortung im Beruf sind wichtige Voraussetzungen für die Herausbildung dieser Fähigkeit. Und natürlich müssen sich auch die Unternehmensverantwortlichen der Verantwortung für das Wohl ihrer Mitarbeiter stellen.

Stockfoto, lizenzfrei, Geschäftsmann sitzt mit den Händen hinter dem Kopf am Schreibtisch im Büro, New Work
© Joseffson/Westend61

Trotz Robotern: Treibende Kraft bleibt der Mensch

Auf die Firmen übertragen, bedeutet Resilienz, das eigene Geschäftsmodell und die Abläufe so zu organisieren, dass man flexibel und konstruktiv auf unerwartete Veränderungen oder Schwierigkeiten reagieren kann. Aktuelles Beispiel ist das Problem der steigenden Energiepreise infolge des Ukrainekrieges. Dazu stehen Unternehmen häufig unter Druck von Kunden, Mitarbeitern oder auch Aktionären. Sie werden vermehrt daran gemessen, wie sie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen.

Die Umwälzungen in der modernen Arbeitswelt haben viele Gesichter, und zwar wortwörtlich, denn die treibende Kraft ist und bleibt der Mensch. Wie er den existenziellen Kernbereich der Arbeit in ihren neuen Erscheinungsformen organisiert, ist ein spannendes Thema für die Stockfotografie. Also schaut Euch mal unsere Pinnwand mit passenden Stockfotos dazu an.

Hubertus Stumpf

Hubertus Stumpf weiß als langjähriger Zeitungsredakteur, dass ein guter Text nur die halbe Miete ist, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen – genauso wichtig ist ein gutes Bild, das den Betrachter in den Text zieht. Der studierte Germanist ist ein Mann der schreibenden Zunft, beschäftigt er sich aber seit einiger Zeit auch verstärkt mit den Möglichkeiten der Digitalfotografie.